Dank der ausgestreckten Hand von Bridge Nine Records haben sich Crime In Stereo auf einen sicheren Ast gerettet, bevor sie ohne Label im reißenden Fluss der Irrelevanz ertrunken wären. Zu ihrem Glück wurde dann noch das Labeldebüt 'Is Dead' vom 'Alternative Press'- Magazine abgefeiert, während in Europa kaum jemand dafür Interesse zeigte. Der Grund könnte im Songwriting der Band liegen, die es schafft Hardcoresongs mit Gefühl und Ernsthaftigkeit zu versehen, die hier unverstanden blieben und mit dem Begriff 'Kitsch' in die unendlichen Weiten der Belanglosigkeit katapultiert werden würden. Dessen scheint sich die aus New York stammende Band bewusst zu sein, denn ab dem ersten Song des lyrischen Konzeptalbums wird die Leidenschaft für diese Art des Songwritings und das Bewusstsein dadurch angreifbar und damit zerstörbar zu sein thematisiert. Doch der Essenz von Aussagen wie 'Nothing Is Safe' (Queue Moderns) oder 'In The Sound Of Everyone, Everywhere, Unloved' (Type One) wird sich der Hörer erst gegen Ende des vierten Albums bewusst. Wenn es melodisch mit Sing-Along-Refrains um die Frage geht, ob das Genre Pop dem Mainstream gleichzusetzen ist, ob eine Band zum Mainstream zählt, wenn sie sich an Popelementen bedient und ob diese Tatsachen verwerflich sind. Den Abschluss stellt der Song 'I Cannot Answer You Tonight' dar, der sich in die Kette der Torchsongs einreiht, sich jedoch lyrisch als das fehlende Stück des Puzzles entpuppt, das ein Bild erscheinen lässt, das Crime In Stereo als totale Popfanatiker darstellt. 'I Was Trying To Describe You To Someone' ist musikalisch nicht so poppig wie der Vorgänger, jedoch ein lyrisches Kuckucksei in Form eines 'Lost-Love'-Albums. Dadurch zeigt sich die Raffinesse, mit der Crime In Stereo arbeiten. Diese erscheinen dadurch im Gegensatz zum Zeitgeist der 'gefühlsbetonenden' Hardcorebands als einzigartig.