Das inzwischen zu einem Sextett herangewachsene Bündel an Kaliforniern fügt sich dem momentan sehr beliebten Trend, seinem Album einfach mal den eigenen Bandnamen zu geben. Mit 'Bleeding Through' veröffentlichen sie ihr inzwischen sechstes Studioalbum und melden sich hierzulande über Roadrunner fulminant zurück. Da sie sich aus sämtlichen Metalsparten bedienen, egal ob Death, Thrash oder etwas Black, ist es sehr schwer ihrem neuen Album ein Genre aufzudrücken. Zusammengefasst würde es am ehesten der inzwischen etwas angestaubten Sparte Metalcore zugehörig sein, was mit 'Salvation Never Found' mehr als eindeutig ist. Nur da Bleeding Through diesen Misch-Masch gepaart mit leichten Keyboard-Klängen schon seit Anbeginn ihrer Albumexistenz praktizieren, könnte man das einfach als typisch Bleeding Through bezeichnen. Dabei hat jeder der bereits herausgebrachten Tonträger aber fast immer einen anderen Schwerpunkt, wodurch es nie langweilig wird. Am besten wird ihr Sound auf der aktuellen Scheibe bei 'Divide The Armies' und dem schon erwähnten 'Salvation Never Found' präsentiert, welche (abgesehen von einem weiteren Song) auch gleichzeitig die besten Stücke darauf darstellen. Der bei diesen Titeln genutzte Wechsel zwischen cleanem Gesang beim Refrain und Thrash-ähnlichen Shouts beim restlichen Text ist einfach stimmig. Auch die Mischung aus Hardcore und Death-Parts, die in 'Breathing In The Wrath' zum Teil mit Keyboard-Sounds unterlegt werden, machen einfach tierisch Laune. Ein etwas schwächeres Stück und auch das wohl ruhigste ist 'Light My Eyes', was zwar auch überzeugen kann, aber das Ganze etwas dämpft. Interessanterweise hört es sich dabei so an, als wäre es eine Kopie von 'Vermillion Part 2' (Slipknot) mit einem Touch Bleeding Through. Doch leider will das meiner Meinung nach, wie schon bei Slipknot, auch hier nicht ganz funkionieren. Aber so ein 'Ausrutscher' darf erlaubt sein. Dafür gibt es ja dann solche Titel, die das wieder wett machen. Das i-Tüpfelchen auf ihrer selbstbetitelten Langspielplatte wird nämlich gleich zum Anfang auf die wehrten Zuhörer losgelassen. Denn nach dem schon fast episch-düsteren und knapp zwei-minütigen Intro 'A Resurrection', bei dem man sich ruhig zurückgelehnt und genießt, wird man sofort wachgerüttelt. Nicht mit einem lieben Tätscheln auf die Schulter, sondern mit einer mit rostigen Nägeln bestückten, splittrigen Keule mittem im Gesicht getroffen, dass man erstmal nach Luft schnappen muss. 'Anti-Hero' ist DAS Brett auf diesem Album schlechthin. So muss sich das anhören, dann klappt es auch mit dem Moshpit. Alles in allem schaffen Bleeding Through mit ihrem neuen selbstbetitelten Schätzchen fast über die ganze Distanz von guten 45 Minuten vollsten Genuss für Metal-liebende Ohren, welches mit 'Distortion, Devotion' einen wunderbaren Ausklang findet.