Sein - angeblich oder tatsächlich - guter Draht zum Allvater hat es nicht verhindern können: Auch The Reverend Peyton's Big Damn Band musste sich der Eyjafjalla-Staubwolke beugen und ihre Kurztour durch Europa absagen. So wird die Veröffentlichung ihres neuen Albums 'The Wages', das im Übrigen einen ganzen Monat eher auf dem alten Kontinent erscheint als in den heimatlichen USA, leider nicht von den sagenhaften Gigs des Ehepaares Peyton begleitet. Aber aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben, das versprechen der Reverend und Frau Breezy, die live inzwischen nicht mehr mit Bruder Peyton unterwegs sind. Natürlich suchte man zuerst in der Familie nach Ersatz und fand ihn prompt in einem entfernten Cousin - 'Cuz' bedient jetzt also Snare, Bassdrum und Eimer. Die Beibehaltung des Drumsets zeigt schon, dass ansonsten alles beim Alten geblieben ist, lief doch mit dem Vorgänger 'The Whole Fam Damnily' schon alles bestens. Entsprechend wurde für den Nachfolger wieder Produzent Paul Mahern (seines Zeichens Sänger der Zero Boys) verpflichtet, um das furiose Treiben der Big Damn Band in der kleinen Holzkirche mit der großen Akustik in hörbare Bahnen zu lenken. Wie bei den vorherigen Alben wurde auch diesmal wieder analog aufgenommen und kein Mixer an die Aufnahmen gelassen, der den Sound hätte verfälschen können. Wenn sich die Band dieses Mal auch mehr Zeit nahm, die Songs zu entwickeln und zu proben, war das Hauptanliegen doch, alles möglichst live einzuspielen und klingen zu lassen. Das ist gelungen, wie man bei Stücken wie 'Redbuds' vernehmen kann, wo sich die einzelnen Schichten harmonisch übereinander legen und nicht unnötig technisch nivelliert werden. So ertönt ein sehr ehrlicher und sehr anarchischer Country-Blues, der wieder einiges an Überraschungen bereit hält. Ziemlich abgefahren ist das, was der Reverend mit seinen flinken Fingern der Gitarre an Tönen entlockt, und auch seine genüsslich-kehlige Stimme ist im Vergleich zum Debüt wesentlich ausgeprägter. Bisweilen klingt 'The Wages' ruhiger, kontemplativer als sein Vorgänger und sind die Feinheiten der Songs viel deutlicher herausgehoben. Aber 'That Train Song' steigert sich dann doch wieder in den bandeigenen Wahnsinn und spätestens bei 'Two Bottles Of Wine' geht der Punk ab. Deswegen ist der Song ja live so beliebt und kann, hat sich Eyjafjalla erstmal beruhigt, sehr bald auch wieder auf hiesigen Bühnen erlebt werden.