Das waliser Quartett meldet sich mit ihrem drittem Studioalbum zurück, wobei das beinahe an einem vorbeigegangen wäre. Schließlich gab es allein von ihrem Debut gefühlte 20 Neuauflagen mit mal einem neuen Song oder mal einer DVD mit Live-Mitschnitten oder eben hier und da eine EP zur Überbrückung zum nächsten Album. Sowas passiert halt mit massentauglichem Metal. Glücklicherweise war das mit 'Scream, Aim Fire' nicht mehr der Fall und siehe da, es hat den Verkaufszahlen trotzdem nicht geschadet, auch wenn das Debüt nicht wirklich übertroffen wurde. Aber das ist Vergangenheit. Jetzt gibt es, wie gesagt das neue Scheibchen, was sich schlicht 'Fever' nennt und es klingt weiterhin wie ihre bisherigen Alben. Man hört kaum Entwicklungen heraus. Das muss natürlich nicht unbedingt als Kritikpunkt angesehen werden, aber wenn man hört, dass sie anscheinend selbst nicht so richtig zufrieden waren mit ihrem zweiten Album und dass sie es diesmal besser machen wollten, dann geht man schon mit anderen Erwartungen an 'Fever'. Allerdings heisst das nicht, dass es hierdrauf nicht auch richtig schicke Songs gibt. Allein hinter dem ersten Song 'Your Betrayal' steckt mal richtig viel Dampf, so dass man unbedingt mehr davon haben möchte. Und siehe da, Bullet For My Valentine schaffen es, die Kraft des Openers aufrecht zu halten, denn sowohl der Titelsong, als auch 'The Last Fight' hauen mal richtig rein. Gute Refrains mit Mitsingpotenzial, die zum einen klaren Gesang und zum anderen gut platzierte Screams bieten, dazu noch schicke Gitarrensoli, herrlich. Darauf folgt dann eine Ballade, die das Album zwar etwas ausbremst, jedoch trotzdem die Intensität aufrecht erhalten kann. Es wäre also kein Wunder, wenn dieser Song als Single ausgekoppelt werden würde. Nur waren das irgendwie schon die Highlights von 'Fever'. Die restlichen Songs schaffen es nicht wirklich, sich aus dem Schatten der ersten Songs hervorzuheben und tendieren eher in Richtung 'schon tausendmal gehört'. Leider muss man sagen, dass es BFMV auch mit ihrem neuen Album nicht schaffen, an das wirklich starke 'The Poison' anzuknüpfen und stattdessen nur ein weiteres solides Werk herausbringen, was bei der breiten Masse mit Sicherheit wieder gut ankommen wird, aber den Fans der ersten Platte, die eher die härteren Nummern bevorzugt haben, nicht all zu viel Freude machen wird.