Order Of Ennead sind die Nebenspielwiese von Deicide-Schlagzeuger und -Hauptsongschreiber Steve Asheim. Damit ist klar, dass man es mit extremen Metal zu tun hat. Doch wie schon auf dem hervorragenden Erstlingswerk 'Order Of Ennead' gehen die Herren deutlich schwarzmetallischer und melodischer zu Werke als die Gottesmörder um Onkel Glen. Qualitativ steht 'An Examination Of Being' dem Vorgänger in nichts nach. In knapp vierzig Minuten bieten die neun Songs ein explosives und hochgradig unterhaltsames Black/Death Metal-Gebräu. Wobei sich das Schwarzmetallische insbesondere auf die Keif-Vocals von Fronter Kevin Quiron (seit letztem Jahr übrigens auch zweiter Klampfer bei Deicide) bezieht; die Riffs sind doch eher in die gute alte Morbid Angel/Deicide-Schublade zu stecken. Deren Nähe zum Black Metal-Sound sollte man gleichfalls aber auch nicht unterschätzen (haben die Frühwerke dieser Bands doch gerade auch die aufkeimende Black Metal-Szene nachhaltig beeinflusst), so dass Order Of Ennead tatsächlich an der Nahtstelle beider Genres entlangpflügen. Auch lyrisch bewegen sich Order Of Ennead jenseits der wüst anti-christlichen Rhetorik von Deicide, sondern beschäftigen sich lieber mit der Suche nach dem inneren Selbst und der unausweichlichen Sicherheit des Todes und wie der Mensch damit umgehen kann (oder eben auch nicht). Der mythologische Hintergrund - mit 'Ennead' ist die Neunheit von Heliopolis gemeint, die neun Schöpfergottheiten der altägyptischen Mythologie - wird dabei nicht überbetont, sondern dient vielmehr als eine Art Katalysator, um ganz diesseitige, von einem agnostischen Weltverständnis geprägte Inhalte zu transportieren. Neun wunderbar extreme und melodische Songs, interessante Texte, abwechslungsreiche Songstrukturen und die wie immer superbe, sehr harmonische Leadgitarren-Arbeit von John Li. Kein neu erfundenes Rad. Aber ein sehr schönes, gut ausbalanciertes Rad!