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Blood Axis -  Born Again     Artist:  Blood Axis
    Album:  Born Again
    Label:  Storm Records
    Release:  21.05.2010
   Medium:  Album
    Genre:  Neofolk Diesen Artikel ausdrucken 
    Autor:  The Wendigo Artikel per Mail versenden 
 

Blood Axis waren vor langer Zeit die Vorreiter für eine ganze Generation von Bands. Nun erscheint das zweite Full Length Album von Michael Moynihans Band - das zweite Album in 20 Jahren. Das letzte komplette Release der Band war ein Livealbum, und das ist auch bereits 12 Jahre her.
Kein Wunder, dass die neue CD von Blood Axis wie kaum eine andere die Neugier schürte.

Natürlich klingen Blood Axis nicht mehr wie auf 'The Gospel Of Inhumanity' - das wäre ja auch seltsam, wenn ein Mensch in 20 Jahren keinerlei Veränderung durchlaufen würde. Michael Moynihan, Robert Ferbrache und Annabell Lee waren in den vergangenen Jahre ja auch in keiner Weise untätig, Michael Moynihan's Dokumentation über die norwegische Black Metal-Szene wurde ja mittlerweile sogar in bewegte Bilder gefasst.

Und so eröffnet sich 'Born Again' dem Hörer als sperriges, aber höchst spannendes Werk. Natürlich gibt es mittlerweile Bands, die sich einen Namen mit der Art von Neofolk, die Blood Axis hier machen, erarbeitet haben. Normalerweise ist es tragisch, dann die ursprünglichen Helden zu sehen, die nach langer Zeit versuchen, Anschluß zu finden. Nicht so Blood Axis, denn ihr Album ist absolut auf der Höhe der Zeit. Das liegt vor allem an Moynihans wahnsinnig betörender Stimme, die wie die eines Priesters rituell hypnotisieren kann. Diese Stimme variiert zwischen reinem Erzählen und einem mehrstimmigen Sprechgesang, der von Annabell Lee's wildem Geigenspiel begleitet wird, welches dem Vorzeigeviolinisten des Genres, Matt Howden, in nichts nachsteht. Bester Beweis ist das wilde 'Churning And Churning'.

Aber auch die restlichen Stücke sind von folkloristischen, akustischen Elementen der keltischen und schottischen Musik geprägt. Die Elektronik wird eigentlich komplett außen vor gelassen. Spätestens bei dem mit seiner manischen Flüsterstimme an :Of The Wand And The Moon: erinnernden 'Erwachen In Der Nacht' sind Blood Axis dann wirklich im Zentrum des modernen Neofolk angekommen. Die Geige ist niemals kitschig, sondern tragend harmoniegebend. 'The Path' zeigt, dass Blood Axis auch nicht am gerade herrschenden Trend vorbeikommen, psychedelischen Rock in den Neofolk zu tragen, ähnlich wie Albin Julius von Der Blutharsch das in seiner Vorreiterrolle angefangen hat.

Kurzum: Blood Axis haben es geschafft, ein Neofolk-Album wie aus einem Guß aufzunehmen, und sich - und das ist die Meisterleistung dabei - nicht zu wiederholen. Die Stücke sind alle eigenständig und originell. Egal ob das nun das Akkordeon in 'The Song Of The Comrade' ist, oder die Nutzung der verschiedensten altenglischen und altdeutschen Dialekte. Die meisten Stücke sind dabei Vertonungen von Gedichten, unter anderem von Walther von der Vogelweide ('The Dream').

Seinem Ruf als Freund der unterschiedlichsten extremen Gedankgüter bleibt Michael Moynihan natürlich auch treu. 'The Song Of The Comrade' ist die Adaption eines Gedichtes von Miguel Serrano, der in diesem Gedicht selbst adaptiert, und zwar Herybert Menzel. Der erste, Serrano, chilenischer Botschafter in Jugoslawien, Freund von Indira Gandhi und Anhänger eines seltsamen Kultes bekannt unter esoterischem Hitlerismus - ein Kult, der glaubt, dass Hitler im Erdinneren wohnt und mit Reichsflugscheiben irgendwann zur Erde zurückkehrt - der andere, Menzel, SA- und NSDAP-Mitglied sowie Kantatenschreiber der Nazis. Gleichzeitig ist der Text von 'Erwachen In Der Nacht' ein Gedicht von Hermann Hesse, der einer der Literaten war, die am meisten gegen das Dritte Reich mobil gemacht haben und von den Nazis verboten wurde, und der Monolog in 'Exvocatio' stammt von einem der größten literarischen Kritiker des Totalitarimsus - Eric Arthur Blair, besser bekannt als George Orwell. Es handelt sich bei Michael Moynihan eben um einen in jeder Hinsicht extrem Menschen mit extremem Gedankengut, der sich für extreme Charaktere interessiert - und zwar ohne Blick auf die Gesinnung, egal ob links, rechts, schwarz, weiß oder grün. Die komplette Vermischung verschiedenster politischer Gedankengüter ergibt eben im Ergebnis Dogmenfreiheit.

Nebenbei - 'Churning and Churning' ist die Adaption eines Textes aus 'Messages For 2099', der von Moynihan 2007 für eine Sendung des hessischen Rundfunks geschrieben wurde. 'Messages For 2099' war ein Hörspiel, das einmalig in der Nationalbibliothek Frankfurt aufgeführt wurde - unter der Prämisse, es im Jahr 2099 erneut aufzuführen. Eine akustische Flaschenpost für die Menschen des 22. Jahrhunderts, an der neben Michael Moynihan unter anderen auch Leute wie Wim Wenders, Eugen Drewermann, Imre Kertesz oder George Tabori mitgewirkt haben. Wie gesagt - es gibt kaum jemanden interessanteren im Neofolk-Genre als Michael Moynihan.

Und genauso hochinteressant, wie zwiespältige Charaktere nun einmal sind ist auch 'Born Again'. Ein Lehrstück in Sachen originellem, modernen Neofolk.


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