Void of Silence sind eine doomige Gothicband aus Italien, die sich in der Vergangenheit dadurch von der Masse abgehoben haben, dass sie mit Alan Averill als Sänger auf ihren vorigen zwei Alben ein kleines Aushängeschildchen vorweisen konnten. Doch dessen Vollzeitbeschäftigung bei Primordial scheint nun doch ein Stein im Weg zum neuen Album 'The Grave of Civilization' gewesen zu sein. Und so hat man sich 2009 entschlossen getrennte Wege zu gehen, die für Oktober geplante Veröffentlichung flink ein gutes halbes Jahr nach hinten geschoben um Das Grab der Zivilisation nun im sonnigen Mai unter das Volk zu bringen - mit neuem Trauerklos am Mikrofon: Brooke Johnson, singt nicht nur sondern spielt auch so ziemlich alles was er zwischen die Finger bekommt, ebenfalls vielbeschäftigt und ein Inselbewohner. Der Tonträger verbreitet bereits sofort nach Wiedergabestart eine träge, beruhigende Atmosphäre, die durchaus zum Wegdösen verleiten kann wenn man nicht gerade ganz gespannt auf den nächsten Riff wartet. Und da ändert sich auch nicht viel dran. So ist 'The Grave of Civilization' all jenen zu empfehlen, die gerne an regnerischen Nachmittagen aus dem Fenster zu schauen pflegen. Leicht verdauliche Melancholie, nichts wirkt abgrundtief depressiv und doch wäre Oktober für die Veröffentlichung durchaus passender gewesen. Auf der CD bekommt man jede Menge Spielzeit, verteilt auf mickrige sechs Lieder - da weiß man schon vorneweg, dass hier jede Note zelebriert werden wird und man durchaus auch mal ein Intro mit einem Song verwechseln kann. Dumm nur, wenn man einen Track schlecht findet. Denn dann kann es passieren, dass man subjektiv ein knappes Drittel der Scheibe in die Tonne treten kann. Es wird sich rausstellen müssen, ob die Fans von Void Of Silence nun eigentlich die Musik oder den Sänger Averill so toll fanden. So kann es für die Italiener mitunter zu einem bösen Erwachen kommen, denn nicht zuletzt bei Konzerten kann ein bekannter Name die Verkaufszahlen in die Höhe treiben und die Reputation unterstützen. Musikalisch jedoch dürfte alles in Butter sein und man kann nicht behaupten, dass der Neue seine Arbeit schlecht machen würde.