Der Hausarzt überreicht Euch mit trauriger Mine die Überweisung zum Gastroenterologen und ermahnt Euch, in Zukunft schonender mit Euren Innereien umzugehen. Ihr schluckt schwer, denn Ihr wisst: der bevorstehende Kaffeeverzicht inklusive Koffeinentzug wird Euren permanent an Bluthochdruck gewöhnten Körper vor eine harte Bewährungsprobe stellen. Adieu, sechs Liter Bohnenheißgetränk pro Tag, willkommen Sekundenschlaf am Steuer! Doch halt! Abhilfe in solch tristen Zeiten verschaffen die in Kalifornien beheimateten Techno-Deather Brain Drill. Schon das Debüt namens 'Apocalyptic Feasting' war nicht gedacht für schwache Menschen. Auch Album Nummer Zwei, 'Quantum Catastrophe' eignet sich nahezu ausschließlich für diejenigen, welche sich morgens im Badezimmer mit der Lötlampe rasieren. Der Vierer um Oberboss Dylan Ruskin hat sich nach Veröffentlichung des ersten Albums eine Frischzellenkur gegönnt und sowohl den Posten des Schlagzeugers, als auch des Bassisten neu besetzt. Kein Tausch auf Kosten technischer Beschlagenheit und auch in punkto Intensität muss der Hörer keinerlei Einbußen fürchten. Brain Drill meucheln und metzeln sich durch 42 äußerst derbe Minuten voller Riffs und Breaks, die sich auf Musikliebhaber auswirken, wie die Attacke des Aliens auf den armen Androiden Bishop an Bord der Sulako. Glücklicherweise vermeiden Brain Drill den größten aller großen Fehler, Wildheit durch Willenlosigkeit zu ersetzen und in Selbstverliebtheit zu versinken. Alles hier hat Hand und Fuß, ist wohl durchdacht und jedes Highspeed-Inferno wird irgendwann durch langsamere, mit nähmaschinenartiger Doublebass unterlegte Parts aufgelockert, die nicht selten an Cannibal Corpse zu 'Butchered At Birth' oder Monstrosity zu 'Imperial Doom'- Zeiten erinnern. Ein an vielen Stellen schwerverdaulicher Klumpen extremsten Metals bleibt 'Quantum Catastrophe' trotz allem, dessen sollte sich jeder potentielle Käufer bewusst werden. So werden sich hier wahrscheinlich überwiegend Freunde der beiden weiter oben genannten Combos und darüber hinaus die Finger lecken und den nächstgelegenen Technikdiscounter stürmen. Allen anderen sei hier nahe gelegt, zumindest ein Ohr zu riskieren (und es möglicherweise zu verlieren). Denn das hier ist mit Sicherheit anstrengender, doch eben auch zu einhundert Prozent arschgeiler Death Metal. Zu Hause dann nicht zurücklehnen, aber genießen!