Brutal Polka sind alles, nur nicht schubladenkompatibel. Von daher war schon der Titel ihres Debütalbums 'A Tribute To Mainstream' ein fröhlich ausgestreckter Mittelfinger in Richtung eben jenen. Jetzt kehren sie zurück, Kramer E. Frog und seine vier Mittäter, frei nach dem Motto 'The Gargantuan Return of the Frogz and the Holy Cocks'. Im Zeichen des Frosches, mit dem Brutal Polka den Davidstern auf ihrer heimatlichen Flagge ersetzten, praktizieren sie die respektlose Verballhornung von folkloristischer, religiöser und populärer Kultur mit einem völlig überdrehten Gebähren, hinter dem allerdings fünf clevere Köpfe stecken. Denn gelungene Satire muss erstmal kennen und können, was sie auf's Korn nimmt. Musikalisch nehmen die Israelis alles mit, was zwischen orchestralem Grunzmetal und fluffigstem Poppunk möglich ist, inklusive funkigen und Klezmer-Einlagen sowie exaltierten Technotunes. Genauso abgefahren ist der mal übertrieben süße, dann wieder giftig kreischende Gesang. Schräg, fast albern muten die Texte zunächst an, aber beim genaueren Hinsehen - was einem im Übrigen mit einer winzigen Schriftgröße echt schwer gemacht wird - enthüllen sie immer einen sehr ernsten Kern, der sich durch die jüdische Geschichte, Rassismus, Homophobie und religiösen Wahn arbeitet und mitunter alles andere als jugendfrei ist. Wem das alles nichts Neues und das Brutal Polka-Universum bereist vertraut ist, der weiß genau, dass auch die neuen Stücke erst richtig rund werden mit der durchgeknallt-satirischen Bühnenshow der Isrealis. Also Augen auf und nicht gezögert, wenn Brutal Polka in diesem Sommer wieder die Clubs in Eurer Nähe unsicher machen!