'Unsere Musik kann man als 'Freedom Rock' beschreiben', erklärte H.e.a.t.-Frontmann Kenny Leckremo im Interview mit Whiskey-Soda. Konsequent haben die sechs Schweden ihr zweites Album betitelt, das hierzulande ihre erste Veröffentlichung ist. 'Freedom Rock' kommt als Mischung aus AOR und melodischem Hardrock, die in dieser Perfektion schon lange keine Newcomerband mehr geboten hat. Angefangen mit dem Opener 'We're Gonna Make It' servieren H.e.a.t. ein gutes Dutzend hochklassiger, aufpolierter Rocksongs, die an Europe, Treat und andere überwiegend skandinavische Vertreter der 80er-AOR-Schiene erinnern. Die Synthie-Arrangements eines 'I Can't Look The Other Way' oder der multivokale Refrain der 'Danger Road' sind nur zwei von vielen Elementen, die den Melodic-Fan entzücken. Kein Song, der nicht sofort ins Ohr geht. Tatsächlich besteht fast über die gesamten 45 Minuten Laufzeit höchste Ohrwurm-Gefahr. Sänger Kenny Leckremo hat eine feine Stimme, die wie geschaffen ist für den hochglanzpolierten Radio-Sound. Und das nötige Schrei-Potential bringt er auch mit ('High On Love'). Ein Blick auf die Bandbesetzung lässt schmunzeln: Kennys bunt gekleidete Kollegen nennen sich u.a. Dale Dalone, Jimmy Jay und Crash. H.e.a.t. haben absolut keine Angst vor Kitsch und servieren völlig ironiefrei Zeilen wie 'You gave me your heart, said I made you feel lika a woman' ('We're Gonna Make It To The End') oder 'And I beg, beg, beg babe for your love' ('Beg Beg Beg'). Besonders dick tragen sie mit der hervorragenden Ballade 'Shelter' auf. Das würde auch einer Schwedin namens Carrie gefallen. Wer auf große Melodien im Hardrock-Gewand steht, sich vor Kitsch und Pathos nicht fürchtet, der hat in 'Freedom Rock' wahrscheinlich schon jetzt das Album des Jahres gefunden. Angesichts der eingängigen, fast schon aufdringlichen Melodien, die sofort ins Ohr gehen, besteht allerdings ein Problem: Man könnte sich die Scheibe langfristig überhören. Bis es soweit ist, steht hoffentlich schon das dritte Album in den Geschäften. Empfehlenswert ist übrigens die Special Edition von 'Freedom Rock', die auch das selbstbetitelte, in Deutschland bislang unveröffentlichte Debüt von H.e.a.t. enthält.