Wie schon oft an dieser Stelle bemerkt, hat die Symbiose von Stoner- und Sludge Metal in den letzten Jahren immer feinere Strukturen angenommen, wobei der Erfolg, den beide Genres (gerade) in Europa durchleben, Plattenfirmen wie Relapse einen Grund gibt weitere Acts zu pushen. Die Stadt Savannah im Bundesstaat Georgia der USA scheint sich dadurch immer mehr zu einem Oslo des Sludge Metals zu entwickeln, denn Black Tusk sind nicht die erste Band, die sich aus der Wüstenstadt auf den Weg macht, um die Welt mit schwammigen Riffs zum Headbangen zu animieren. Nach den vom Crust beeinflussten Kylesa und den aus dem Punk kommenden Baroness, sind Black Tusk mit ihrem zweiten Album dabei die Stadt zu einem aufleuchtenden Punkt auf dem globalen Musikradar zu machen. Dabei führen sie die oben beschriebenen Stilmittel zusammen, ohne es mit dem Retro-Look des Stoner Metals zu übertreiben. Wenn überhaupt, ist ein minimaler Sabbath-Einfluss zu spüren, der aber bekanntlich an den meisten Bands zu schmecken ist und sich in den doppelt so schnell gespielten Soli bemerkbar macht. Generell ist die Geschwindigkeit einer der besonderen Reize der Band. Zwar gibt es kurze, langsame Einleitungen oder Bridges, diese verschwinden jedoch beim darauffolgenden Riffwechsel, ohne jedoch die Brutalität der alten Kylesa-Alben in Erinnerung zu rufen. Neben der musikalischen Mischung zeichnen sich Black Tusk durch ihren Gesang aus, den jedes der drei Mitglieder übernimmt und sich die Band mit hohem und tiefem Gebrüll als eine Dreifaltigkeit entpuppt. Das sorgt für die nötige Abwechslung und steht gleichzeitig als eines der Markenzeichen, um sich vom Herkunftortes und der musikalischen Ähnlichkeit zu den anderen Savannah-Bands zu emanzipieren. Daher Versuchen Black Tusk mit der Bezeichnung 'Swamp Metal' ihrer Musik eine eigenes Denkmal zu bauen (ein lächerliches Phänomen der Individualisierung, das so alt wie die Pop-Musik selber ist), wobei dieses (noch) nicht von Nöten ist, da die Popularität von Sludge Metal gerade erst beginnt größere Wellen zu schlagen und kaum eine der größeren Bands mit einer Kopie ihrer selbst kämpfen muss. Dazu gehören auch Black Tusk, die nun die Chance haben (noch) zu den Bands der zweiten Welle zu gehören und mit 'Taste The Sin' weltweit bekannt zu werden.