Whitechapel stehen nicht zufällig an der Spitze der Deathcore-Bewegung. Denn in einem Genre, in welchem es leider viel zu oft nur darum zu gehen scheint, technisch ausgebufft möglichst derbe und krasse Soundattacken zu fahren, sind es die erst vor vier Jahren gegründeten Jungs aus Knoxville, Tennessee, die bei aller Heavyness das Schreiben von Songs nicht vergessen. Das 2007er-Album 'This Is Exile' entwickelte sich daher nicht von ungefähr zu einem modernem Genre-Klassiker. 'A New Era Of Corruption' hinterlässt nun einen mindestens genauso starken Eindruck. Whitechapel verteidigen damit ihre Spitzenposition in der Szene vor Suicide Silence und Job For A Cowboy. Ein brutaler Ohrenschmalz-Lockerer ist 'A New Era Of Corruption' natürlich dennoch geworden: abgehackte Riffs, Slam-Parts, Blastbeat-Attacken - es ist alles da, was das Deathcore-Fanherz begehrt (und Freunden eher klassischer Death Metal-Klänge meist gewaltig auf die Eier geht...). Songs wie 'Reprogrammed To Hate' (mit Gastsänger Chino Moreno von den Deftones!), 'End Of Flesh' (mit schickem Akustikgitarren-Break) oder 'Prayer Of Mockery' (hier wird auch mal anständig gegroovt) schaffen es jedoch auch, so etwas wie Eingängigkeit zu verströmen. Es sind diese nachvollziehbaren Hooklines und die dramaturgisch durchdachten Songstrukturen die auf 'A New Era Of Corruption' für Spannung sorgen. Wo so viele Deathcore-Scheiben der letzten Zeit (leider) bereits nach einmaligem Hören ihr Pulver mittels großkalibriger Kanonen vollständig verschossen hatten, gehen Whitechapel deutlich durchdachter, um nicht zu sagen subtiler, zu Werke. Endlich mal wieder ein Deathcore-Album, das neben Brutalität und technischer Extravaganz auch Songs bietet, die nachhaltig wirken und erst mit der Zeit all ihre Details preisgeben. Daumen hoch!