Blackshore aus Lübeck zeigen auf ihrem Debüt "Railway To Blackshore" das volle Brett. Erdiger, ehrlicher, übellauniger Black Metal voller Hass, Melancholie und Melodie in entsprechender Produktion gibt es um die Ohren. Los geht es mit "Frostbitten Warmachine Part I", das mit schönen Soundeffekten aufwartet, bevor eine einsame Gitarre ihr Lied spielt. Sehr effektiv, sehr gelungen. "Frostbitten Warmachine Part II" zeigt dann, wofür Blackshore stehen: Derber Black Metal, der gern auch mal das Tempo rausnimmt und in den doomigen Passagen an Härte gewinnt, ohne aber kleine, aber feine Melodien zu vernachlässigen. "Stalinorgel Terrorbeast" und "Doomdriven Devils Of Death" bolzen ebenso nach vorn, zeigen ein grimmiges Gesicht und weisen eine deutliche Rock'n'Roll-Schlagseite, was nocheinmal mehr Rotz bedeutet. Starke Vorstellungen. "Blackshore" ist ein neunminütiger Song, der mit Wellensamples startet und eine melancholische Gitarrenlinie bietet. Hades eiskaltes Krächzen bekommt mit Swantje Hess' Klartgesang einen wundervollen Gegenpart, der Song besticht durch eine dunkle Atmosphäre wie ein grauer Herbsttag an der Küste. Großartig! "Are You Ready For Some Real German Ärger" zeigt Blackshore von einer anderen Seite: Dieser punkige, knackige Song kommt so unverhofft daher, dass der Mund offen stehen bleibt. "Empire Of Ashes" gibt noch einmal zum Abschluss Vollgas und verabschiedet den Hörer ordentlich Melodie. Für Black Metal-Fans, die auf Atmosphäre, Intelligenz und Dreck Wert legen, sind Blackshore der richtige Hafen zum einlaufen.