Doom Metal erfreut sich seit einiger Zeit einer zunehmenden Beliebtheit, was man einerseits am Interesse der Labels und andererseits an einer gewissen Fruchtbarkeit seitens der Musiker erkennen kann. Viele hoffnungsvolle Debütanten und Projekte gab es in jüngster Zeit, exemplarisch seien hier Griftegard, The 11th Hour und In Mourning genannt. Nox Aurea spielen allerdings Gothic Doom mit starker Betonung des gotischen Elements und legen nun mit 'Ascending In Triumph' ihr Zweitwerk vor. Viel untermalende Keyboardsphären, männlicher Grunz- und weiblicher Glockengesang und insgesamt eher symphonisch ausgerichtet. Puristen können sich also schaudernd abwenden. Als Referenz der Schweden dienen am ehesten deren Landsleute und Labelkollegen Draconian, die allerdings wesentlich ergreifender daherkommen. Die Melodieführung hingegen lässt des öfteren Swallow The Sun aus dem Dunkel hervorschimmern. Am meisten überzeugen können noch der opulent-düster eröffnende Titeltrack 'Ascending In Triumph' sowie das episch-dramatische 'Mother Aletheia - Chapter II'. Ansonsten kommen Nox Aurea nicht so wirklich aus dem Quark und laufen Gefahr, anhand der erstarkten Konkurrenzsituation sang-und klangvoll unterzugehen. Der nötige Härtegrad ist zwar vorhanden, dennoch klingt das Ganze etwas ausgeleiert und beim einsetzenden Damengesang geht der Hörer doch reflexartig innerlich in Deckung. Um sich vom Einheitsbrei abzugrenzen, greift man in die Esoterik-Kiste und widmet sich textlich-konzeptionell (wie schon auf dem Debüt) der Gnosis, einer religionsphilosophischen Erkenntnislehre. Das ist aber auch schon alles an Eigenständigkeitsbemühungen und hinterlässt den fadenscheinig tiefgründigen Beigeschmack des pseudointellektuellen Anspruchs, um Austauschbarkeit zu kompensieren. Der Baum der Erkenntnis bleibt allerdings nebelverhangen und die süßen Früchte desselben erweisen sich häufig als bittere Pillen, Schall und Rauch oder man ist der Suche danach einfach überdrüssig. Wo ist der Aha-Effekt? Dieses Yeah-Gefühl? Es fehlt der Fluss einer natürlichen Lockerheit. So ähnlich ergeht es einem mit Alben, die lediglich ein Schulterzucken verursachen, nicht so wirklich schlecht sind, aber auch nicht sonderlich aufhorchen lassen, handwerklich-musikalisch zwar überzeugen, aber den Funken einfach nicht zum zünden bringen. Leider ist das oft gerade bei einigen als konzipiertes Projekt angedachten Bands wie Nox Aurea der Fall, denn die Nordlichter sind durchaus keine Unerfahrenen und zockten bereits in Bands wie Rimfrost und The Cold Existence. Das ändert aber auch nichts am achselzuckenden Gesamteindruck, denn die eben erwähnte tiefgreifendere Erkenntnis bleibt leider aus. Ein nur durchschnittlich passables Album, aber ob das wirklich noch jemand braucht, sei dahingestellt. (geschrieben von Nils Bald)