Normalerweise geraten die Kilts bei Gigs der Real McKenzies ordentlich ins Wirbeln. Im August 2009 aber tauschten die Folkpunker die E-Gitarre gegen ihr Akustikpendant und luden ein kleines Publikum drei Abende hintereinander zu Lagerfeueratmosphäre ein. Das Glück, dieses einzigartige Event live mitzuerleben, hatten die Berliner Fans; alle anderen können jetzt mit dem auf eine gute Stunde zusammengestellten Mitschnitt 'Shine Not Burn' die ruhigere Seite der Kanadier kennenlernen - die selbstredend kein bisschen leise ist. Atmosphärisch ist leicht nachvollziehbar, warum The Real McKenzies das Wild At Heart in Kreuzberg für diese besondere Session ausgewählt haben. Nirgendwo ist man dem Publikum näher, und die achtköpfige Band selbst dürfte es auf der kleinen Bühne im wohnzimmergroßen Club schön kuschlig gehabt haben. Tontechnisch ist der kultige Ort aber, das wissen regelmäßige Besucher nur zu gut, nicht ideal ausgestattet. Und das macht sich bei den Aufnahmen entsprechend bemerkbar: Die Stimmen sind streckenweise mehr als dünn, und die Stimmung aus dem Publikum konnte nur punktuell zufriedenstellend eingefangen werden. Gut abgestimmt hingegen sind Gitarre, Banjo, Dudelsack, Geige und Mundharmonika, sodass keine nervigen Überlagerungen entstehen. Durch die akustische Qualität auf dem Niveau von Mittelklasse-Proberaumaufnahmen fehlt den Songs ein bisschen die Seele, Paul McKenzies ungefilterte und präsente Einlassungen sorgen dafür aber für einen höheren Grad an Authentizität, als sie glattgeschliffene HiTec-Livemitschnitte für gewöhnlich bieten. Die Abstriche bei der Technik werden allerdings locker aufgewogen durch die Darbietung der Band, die sich in Stimmungs-Höchstform zeigt und in der jedes Mitglied sein Handwerk, vor allem auch gesanglich, bestens versteht. Dass da nicht jeder einzelne Ton, der dem Dudelsack entfleucht, zu sitzen scheint, kann getrost dem erhöhten Alkoholpegel der Musiker zugeschrieben werden, von dem zu reden sie nicht müde werden und der nicht zuletzt für einen hohen Spaßfaktor sorgt. Die Songs der Schottenpunker funktionieren in Akustikversion genauso hervorragend wie mit dem vollen Verstärkerbrett. Da diese Konzerte der Band eher seltener wieder zu erleben sein werden, bedanken wir uns artig für dieses schöne Tondokument.