Buckcherry wollen es nun offenbar wissen und erweisen sich derzeit als echte Workaholics. 2008 erschien das gelungene 'Black Butterfly', 2009 wurde das Live-Album 'Live & Loud' veröffentlicht (hierzulande allerdings nicht) und nun steht mit 'All Night Long' das fünfte Studioalbum von Josh Todd, Keith Nelson und Co. in den Regalen. Und das, während sich die Band aus Los Angeles scheinbar konstant auf Tournee befindet. Natürlich vertraut auch der neue Longplayer auf die bewährte Buckcherry-Formel: Energie-geladener, sleaziger Hardrocksound mit Party-Attitüde, dazu die eine oder andere Powerballade. Schon der Opener und Titelsong setzt sofort Feiergelüste frei. Ein klassisches Riff, die gute alte Kuhglocke und Josh Todds hervorragende Stimme erzeugen beste Laune. Jedes Buckcherry-Album hat einen solchen Kracher. Und auch beim relaxten 'It's A Party' ist der Name Programm, während hart rockende Songs wie 'Recovery' und 'Dead' mit hohem Tempo begeistern. Seit es Buckcherry gibt, klingen sie immer nach Buckcherry, was in der Vergangenheit manchmal für ein wenig Monotonie sorgte. Auf 'All Night Long' ist das Quintett vom Sunset Strip etwas vielseitiger geworden. Da erklingt bei 'Liberty' auch mal eine deftige Slide-Gitarre, da ist 'These Things' der Walzer unter den Balladen. Die wunderbare Nummer trägt im Übrigen nicht zu dick auf und fühlt sich einfach gut an. Für die besinnlichen Minuten eignet sich die Stimme des Herrn Gruber alias Josh Todd bekanntermaßen ebenso gut. Auch den dritten Streich seit der Reformation kann man als äußerst gelungen bezeichnen. Ein Witz, dass Buckcherry immer wieder in die Alternative-Schublade gesteckt werden, denn mit 'All Night Long' haben sie wieder ein grundsolides Hardrock-Album von hohem Spaßfaktor aufgenommen. Die herausragenden Tracks auf den Vorgängerwerken ('Lit Up', 'Crazy Bitch') waren zwar noch spritziger. Doch das fünfte Studioalbum von Buckcherry ist in der Gesamtmischung besser, vielleicht sogar das beste bislang.