Wären wir jetzt in den 60er Jahren, würden die Songs dieses Albums an jedem sonnigen (und vermutlich auch an jedem regenrischen) Tag aus dem Radio schallen. Irgendwo zwischen 'I Get Around' von den Beach Boys und einem weiteren Beatles-Song würde uns die Stimme von Bethany Cosentino aus dem Radio entgegenkommen, wie sie die nicht wirklich anspruchsvollen Textzeilen 'Pick up the phone, I wanna talk / About how I miss you / I miss you so much' ('Bratty B') trällert. Und das Beste daran wäre - es würde uns kein bisschen stören oder gehaltlos vorkommen, nein, es würde uns sogar sehr gut gefallen. Und auch wenn wir inzwischen das Jahr 2010 schreiben, die Faszination und Leichtigkeit des 60er-Surf-Pop ist immer noch präsent. Es ruft in uns Gedanken an Sonne, Strand und Palmen im entfernten Kalifornien hevor. Und siehe da - welch eine Überraschung - Los Angeles ist tatsächlich die Heimat der 23-jährigen Sängerin Bethany Cosentino, die mit Bobb Bruno bereits einige Songs als 7-Inch-Veröffentlichungen herausbrachte - mit stetigem Erfolg. Es wurde also langsam Zeit für ein ganzes Album. Und hier ist es: 'Crazy For You' ist voller noch nicht veröffentlichter Songs, weil Cosentino ihr erstes Album als etwas ganz spezielles gestalten wollte. Man kann sagen was man will, aber das ist ihr eindeutig gelungen. Sie und ihr Kollege haben es geschafft die gute Laune der kalifornischen Sommertage in harmonische Melodien und amüsante Texte zu verpacken, die von ihrer fröhlich erfrischenden Stimme wunderbar ergänzt werden. Die Songs sind kurz und das gesamte Album hat auch nur eine Laufzeit von knapp einer halben Stunde, sodass auch die ungeduldigsten Hörer das gesamte Album genießen können. Songs wie 'Crazy For You, 'Summer Mood' oder 'Happy' strotzen nur so vor Lebensfreude und Leichtigkeit. Somit nimmt man ihr die simplen Texte ('I wish he was my boyfriend, I wish he was my boyfriend') und deren offensichtliche Wiederholungen, Themen wie Jungs, ihre Katze - die übrigens den Namen 'Snacks' trägt und neben Palmen, Meer und Sonnenuntergang das Albumcover ziert - noch mehr Jungs und sämtliche Crazy-Lazy-Reime nicht übel. Nein, ganz im Gegenteil freut man sich über diese (Zeit)reise ins sonnige Kalifornien - meinetwegen in das der 60er Jahre - mit Mädchen in bunten Minikleidern und Surfer Boys. Das erzeugt auf Dauer so gute Laune, dass man das Album immer wieder gerne hört - mit der halben Stunde Laufzeit ist es ja nicht mal lang - und doch ergänzt es perfekt jeden Sommertag. Wetten, es klingt auch im Winter ziemlich gut? Gibt es etwas erfreulicheres als mit einem 'You make me happy' gegen Winterdepressionen anzukämpfen?