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Annuals -  Count The Rings     Artist:  Annuals
    Album:  Count The Rings
    Label:  Rough Trade / Souterrain Transmissions
    Release:  20.08.2010
   Medium:  Album
    Genre:  Indie-Pop ausdrucken 
    Autor:  Annette empfehlen/teilen 
 

Bei den Annuals ist alles anders. Okay, vielleicht nicht alles, aber doch einiges. Angefangen bei der Namensgebung der Band - 'annual' deutet ja meist auf etwas Einjähriges hin, eine Einjahrespflanze zum Beispiel (ob das auch der Grund ist für die meist naturverbundenen Cover der Annuals-CDs?). Doch ihr Einjähriges hat dieses Sextett schon lange hinter sich, denn schon 2006 wurde deren Debut 'Be He Me' veröffentlicht. Und ja, die Band besteht aus sechs Mitgliedern - der damals 13-jährige Adam Barker beschloss seine Jugend nicht zu verschwenden und gründete mit seinen Kumpels Kenny Florence and Mike Robinson eine Band. Später stießen Zack Oden, Donzel Radford und die einzige, wirklich hübsche Frau im Bunde - Anna Spence, die sich am Keyboard oder Piano verwirklicht, hinzu. 2004 war die Band komplett, 2006 gab's das Debut und nur wenige Jahre später, 2010, wird nun das zweite Album veröffentlicht. Dabei sind die sechs Musiker gerade einmal um die 20 Jahre alt.
Da hat sich die harte Arbeit wirklich ausgezahlt - das hört man durch und durch. 'Count The Rings' ist Indie-Pop vom feinsten. Nicht wie man sich den durchschnittlichen Indie-Pop vorstellt, der uns zur Zeit ja massenweise entgegengespült wird. Nein, das Album ist durchdacht und durchkomponiert, die Annuals zielen auf Perfektion ab und im Gegenteil zu manch anderen jungen Bands scheitern sie nicht daran, sondern sie brauchen nicht mal den Vergleich mit den 'Großen' wie etwa Arcade Fire zu scheuen.

Um nun die eingefleischten Arcade Fire-Fans zu beruhigen: Annuals bleiben Annuals und genau das hört man - sie drücken jedem Versuch ihren Vorbildern gleichzukommen ihren eigenen Stempel auf, einen durchaus sympathischen, muss man dazu sagen. Denn das Album funktioniert schlicht und einfach wunderbar - vom Opener 'Eyes In The Darkness', der von Anfang an durch die harmonische Melodie, die lockerleichte Pop-Atmosphäre und Adam Barker's sanften angenehmen Stimme überzeugt. Auch der nächste Titel 'Hot Night Hounds' ist nicht minder aussagekräftig - es scheint als wären die Annuals eine der wenigen Bands, die ihren Angaben den Musikstil betreffend bei MySpace gerecht werden. 'Experimental / Progressive / Pop' steht dort. Wie ausgerechnet diese Begrifflichkeiten zusammenpassen sollen und zu allem Überfluss kombiniert auch noch gut klingen können? Den sechs jungen Musikern scheint das ganz einfach von der Hand zu gehen, wenn man bedenkt, dass sie einem experimentellen Song wie 'Springtime' einen Versuch von Progressive Rock ('Hair Don't Grow') folgen lassen und gegen Schluss des Albums mit Streichern bei 'The Giving Tree' aufwarten können.

Was einem beim ersten Hören ungewöhnlich vorkommt - Stichwort 'experimentell' - wird bei häufigem Hören immer interessanter und schließlich fügt sich alles zu einem perfekten Soundteppich zusammen, den man sich immer und immer wieder gern zu Gemüte führt. 'Count The Rings', bestehend aus bisherigen B-Side-Tracks und in Europa noch nie veröffentlichten Songs, ist ein wunderbarer Beweis für die Kreativität und den Ideenreichtum der sechs blutjungen amerikanischen Musikern.


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