Eines der erfolgreichsten Alben in Belgien des Jahres 2009 erscheint nun knapp ein Jahr später auch in Deutschland. Mit den Vorschusslorbeeren, dass die vier Jungs von Absynthe Minded mit Preisen nur so überschüttet wurden dürfte es allerdings kein Problem sein, auch in Deutschland Erfolge zu verbuchen. Schließlich widmen sich Absynthe Minded einem Genre, das momentan zu den angesagtesten überhaupt gehört. Die Mischung aus Folk, Indie, Americana und Psychedelic Rock verspricht Erfolg, auch wenn Belgien nicht gerade als typisches Herkunftsland angesehen werden kann. Die melancholische, leicht belegte Stimme von Sänger Bert erinnert hier mal an A-ha in tieferen Gefilden, dort an Digger Barnes und dann wiederum an jede x-beliebige Betroffenheitscombo von nebenan. Das mag despektierlich klingen, ist es aber nicht. Der Facettenreichtum zieht sich auch durch die Stilistik der Songs. Stellenweise höchst belanglose aber trotzdem nette und charmante Songs wie 'Acquired Taste' wechseln sich mit melancholischen Balladen wie dem herausragenden 'Heaven Knows' ab. Die dezenten Countrygitarren machen auch eigentlich eher langweilige Stücke wie 'My Heroics, part One' plötzlich interessant und höchst annehmbar zum Anhören. 'Mood Swing Baby' hört sich genau so an wie der Titel es vermuten läßt, 'Multiple Choice' ufert in 70ermäßigen Keyboardspielereien und wirren Lärmteppichen aus, 'Weekend In Bombay' mit seiner fast hypnotisch anmutenden Geige haut dann wiederum eher in die klassische Folk-Kerbe. Absynthe Minded mögen noch unausgegoren wirken und haben sicher die eine oder andere Verbesserungsmöglichkeit insbesondere was das Schreiben von echt mitreißenden Melodien angeht, aber als Grundstein für zukünftige größere Taten kann dieses Album schon herhalten. Schließlich können nicht alle belgischen Bands von null auf grandiose Alben wie dEUS oder Creature With The Atom Brain veröffentlichen.