Oldenburg scheint seiner Jugend bzw. mittlerweile auch schon älter gewordenen Jugend noch immer genug Gründe für erstklassigen Punkrock zu liefern. Anders lässt es sich nämlich nicht erklären, dass die Herren von Bitume im elften Bandjahr noch immer selbigen vom Stapel lassen. Da grübelt man beim Auspacken der Platte noch darüber, wer oder was denn der Lolch ist oder ob es vielleicht doch nur der Wohnort der Band ist, da blickt einem auf der CD selber ein Seepferdchen entgegen. Hää? Doch viel Zeit zum Überlegen lassen Bitume nicht, schon 'Es Regnet Scheisse' brettert nämlich gut nach vorne los und erst 'Einer Von Vielen' geht das erste Mal ein wenig vom Gas. Mit ihren deutschen Texten surfen Bitume ganz gut mit auf der zur Zeit so angesagten Revival-Welle des Deutschpunk, auch wenn ihnen dafür ein wenig die Gift-spotzende Aggression fehlt. Aber vielleicht surfen sie ja auch mit dem Seepferdchen. Nein, das Seepferdchen wird aus dem Wortschatz gestrichen. Echt jetzt. Musikalisch findet man Bitume auf den Pfaden der eingängigen Melodien von Dackelblut oder EA80, was aber nicht heißen soll, dass diese Pfade ausgetreten sind. Die Texte sind weit entfernt vom Parolenpunk und prangern trotzdem an ('Großmaul'), fahren sich dabei aber auch nicht nur auf den Drei-Akkorde-Themen fest ('Komisch Irgendwie'). Den Oldenburgern kann man zu ihrem 'Lolch' eigentlich nur gratulieren, solider Deutschpunk, gut gemacht, nur, um so richtig zu explodieren, fehlt irgendwie die Zündschnur.