Auch unsere holländischen Nachbarn leisten ihren Beitrag zum derzeitigen Indie-Folk-Boom. Und dabei sind sie nicht zimperlich mit der Auswahl ihres Namens. Als Awkward I stapelt Djurre de Haan aus Amsterdam tief, verspricht aber womöglich eine interessante Reise ins eigene Ich. Awkward ist das Cover von 'I Should Whisper'. Ja. Fast brutal irgendwie. Und scheint, ertönen die ersten Klänge des Albums, so gar keinen Bezug zu den Kompositionen de Haans zu haben, außer seinen selbstbeschreibenden Künstlernamen zu bedienen. Ein versiertes Banjo-Spiel empfängt einen nämlich, bald begleitet von einem frechen Glockenspiel, und schon will man sich auf einen entspannten halbstündigen Gute-Laune-Trip einstellen. Aber so leicht macht es Awkward I uns dann doch nicht. Eine gewisse Schwere legt sich nämlich ab Track Nummer zwei über das Werk. Eine Singende Säge verleiht 'Sea Life' oder 'Cytheria Squirts' zudem eine zusätzliche Dosis Melancholie. Die drückt aber nicht unangenehm, sondern transportiert schöne Melodien und hat doch immer noch etwas verspieltes, fast kindliches. Den Arrangements und Songlinien wird eine gewisse Freiheit gewährt, so mancher schräge Ton zugelassen. Und dann tauchen auch noch Hornbläser im Titeltrack auf. Zum Abschluss schließt mit 'I Didn't Know How To Wear My Hair' das Banjo wieder den Kreis, nicht ganz so leichtfüßig zu Beginn, aber bereits mit einem hohen Wiedererkennungswert. Verschroben ist 'I Really Should Whisper', eigensinnig, aber voller überraschender Details. Passt perfekt zum Nachmittag im Dämmerlicht.