Aus Langeweile am Grind- und Hardcore entstanden Anfang der neunziger Jahre eine Menge 'alternative' Doommetalbands, die das Genre für sich interpretierten und ihm einen neuen Anstrich gaben. Solch eine Art des Wandels kann seit ein paar Jahren beim Black Metal beobachtet werden. Bands wie Tombs (Ex-Anodyne) oder Lydrica kommen aus dem musikalisch alternativen Spektrum und gründen eine Band, deren Sound sich am dunklen Subgenre des Metals orientiert. Black Anvil, die sich aus den letzten Mitgliedern von Kill Your Idols zusammensetzen, veröffentlichen bereits ihr zweites Album, wobei sich der musikalische Fokus auf die zweite Welle des Black Metals richtet, der seinen Ursprung im nördlichen Teil Europas findet. War das Vorgängeralbum mit einer Mischung aus Thrashmetal und dem kurzen Aufflammen eines Blackmetalriffs durchsetzt, so dominieren auf 'Triumvirate' die Blackmetalelemente und werden dabei nur noch von Thrashmetalriffs gekreuzt. So gibt es keine eindeutige Trennung beider Genres, sondern eine Vermischung, was dem Album etwas verwaschenes und ernsthaftes gibt, da die Samples, Gitarrensoli und Schweinerockpassagen wegfallen. Diese Ernsthaftigkeit spiegelt sich auch in den Texten wider. Bedienten sich die früheren Songs noch an klischeehaften Metaphern des Black Metals, so scheint es jetzt, als würde die Band eine kritische Seite zeigen. So geht es ab dem ersten Song essentiell zu, wenn Black Anvil der Frage nach dem Sinn des Lebens nachgehen, wenn das Überleben von der Gesellschaft abhängig ist ('What Is Live'), oder wenn sie sich im Song 'We Own You' auf eine metaphysische Ebene stellen und die menschliche Gutgläubigkeit an die Moderne anprangern. Damit findet die Band einen Schulterschluss zu anderen 'alternativen' Blackmetalbands, die eine romantische Vorstellung in das Subgenre interpretieren und das Sujet des (Nicht-) Glaubens oder der Misanthropie versuchen auf soziale Themen zu fokussieren und nicht in eine klischeebehaftete Welt zu tauchen. Eine eigene Spielart des Subgenres ist dabei noch nicht entstanden, was Black Anvil mit ihrem musikalischen Oslobezug klar machen, dennoch sollten solche Bands im Auge behalten werden, da die Langeweile, die derzeit in der Musik vorherrscht, Bands kreativ werden und 'Triumvirate' nur zu einem Beispiel von vielen werden lässt.