Was bringt es eine Band anzukündigen, die sich aus zwei ehemaligen Don-Caballero-Mitgliedern der aktuellen Besetzung zusammensetzt, wenn Ian Williams Don Caballero verlassen hat und diese seitdem kaum noch beachtet werden? Mit den Namen Ben Matthews und James Nemeth kommt ebenfalls Ratlosigkeit auf, da sie auf keinem der letzten beiden Alben vertreten sind. Dennoch kann bei Broughton's Rules eine gewisse Annäherung herausgehört werden, da das Konzept ebenfalls in die verfrickelte Richtung geht. So dominieren zwei Gitarren im Sound, wobei sich die eine an Bass und Schlagzeug anpasst, während die andere die unterhaltende Rolle übernimmt und verspielt auftritt. Dabei kommen Effekte zum Einsatz, so dass jeder Song mit einigen Variationen überrascht. Im Stück 'Disaster Of The Week' arbeitete die Band mit E-Drums und steigert sich einen Song weiter in die einzige Gesangseinlage des Albums, wobei dazwischen kurze disharmonische Elemente eingeschoben werden. Die Frage, ob Broughton's Rules mit diesem Konzept Erfolg haben, ist schwierig zu beantworten, denn die Band erfindet das Rad nicht neu, zumal das Subgenre 'Mathrock' mit seinen vielen experimentellen Auswüchsen zu einem Selbstläufer geworden ist. 'Bounty Hunter 1853' scheint damit auf dem ersten Blick belanglos, bei genauem Hinhören jedoch unterhaltsam.