Auch auf Album Nummer neun (!) bleiben die österreichischen S/M-Fetisch-Metaller ihrer Linie treu. Das ist gut, da Helmuth Lennart nach wie vor zu den besten Gitarristen im Death/Black-Metal-Sunpf zählt und auch das neueste Studiowerk seiner Band (zu der als festes Mitglied momentan nur noch Bassist Serpenth zählt) mit begnadeten Riffs und vielen melodischen Details verziert, die sich nach und nach in die Hirnrinde des Hörers fressen. Das ist aber auch weniger gut (das Wörtchen 'schlecht' wäre einfach zu harsch und irreführend), denn Belphegor bieten auf 'Blood Magick Necromance' nichts, was das Album in deutlicher Weise von seinen Vorgängern unterscheidbar machte. Gleiches ließe sich auch für alle anderen Werke der Band sagen, doch stellt sich mit der Zeit (etwa seit 'Bondage Goat Zombie') ein Gewöhnungseffekt ein, der den Genuss neuer Belphegor-Alben zu einer zwiespältigen Angelegenheit macht. Denn musikalisch gibt es eigentlich nichts auszusetzen: die Riffs sind grandios, die Songs abwechslungsreich, die Harmonien (gerade in getragenen Momenten wie beim siebenminüten Titelsong oder dem sinfonisch angehauchten 'Possessed Burning Eyes') umschmeicheln das Ohr und lyrisch gibt es auch wieder nette Geschmacklosigkeiten zum Ekeln und Lachen ('der Rosenkranz im Arsch // mit Kot getauft' heißt es beispielsweise bei 'Discipline Through Punishment'). Die Qualität stimmt also und Belphegor-Hardliner werden diebische Freude an diesem Album haben. Leider fehlt 'Blood Magick Necromance' aber jegliche Spannung und Überraschung. Auch inhaltlich ist alles gleich. Das kann man positiv als Verlässlichkeit und Stiltreue deklarieren - oder negativ als kreativen Stillstand bezeichnen. Die Wahrheit (wie eigentlich immer) liegt sicher irgendwo dazwischen. Die sehr konsequent gefahrene Satanismus-S/M-Schiene hat Belphegor in den letzten Jahren (neben der hervorragenden Musik auf Alben wie 'Necrodaemon Terrorsathan' oder 'Pestapokalypse VI') eine Ausnahmestellung in der Szene gesichert, in der es zunehmend schwerer fällt Alleinstellungsmerkmale zu kreieren. Doch so langsam wird es ein wenig langweilig und man kann der Band für die Zukunft ein wenig mehr Mut zur Veränderung wünschen. Inhaltlich machen Cradle Of Filth vor, wie man seiner eigenen Bandidentität treu bleiben und dennoch auf jedem Album inhaltlich Neues bieten kann. Musikalisch bedarf es hingegen nur der ein oder anderen überraschenden Wendung - denn das Fundament ist auch auf 'Blood Magick Necromance' ein sehr stabiles. Doch wenn stilistische Kontinuität - auch auf sehr hohem Niveau - zu Vorhersagbarkeit führt, ist es um das musikalische Talent doch eher schade.