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Bright Eyes -  The People's Key     Artist:  Bright Eyes
    Album:  The People's Key
    Label:  Polydor
    Release:  11.02.2011
   Medium:  Album
    Genre:  Indie-Rock Diesen Artikel ausdrucken 
    Autor:  maximilian Artikel per Mail versenden 
 

'Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort,' heißt es im Buch Jesaja der Bibel (Jes 2,3). Zion ist ein Jerusalemer Berg, der als Wohnsitz Gottes gilt, seit König Salomo dort den ersten Jerusalemer Tempel bauen ließ. An diesem besonderen Ort bringt Gott die streitsüchtigen Menschen zur Vernunft und verhilft ihnen zum Frieden. Conor Oberst würde auch gern eine Wallfahrt an diese Stätte unternehmen. Im steten, entschlossenen Wandertakt schreitet er voran. Doch ist es sehr weit von Omaha, Nebraska bis nach Jerusalem. Das schafft er nicht zu Fuß. Deswegen entscheidet er sich zu trampen: 'Hitchhiking back to Zion.' ('Haile Selassie')

Diesen Weg tritt Conor Oberst zusammen mit seiner Band auf 'The People's Key' an - dem siebten und womöglich letzten Album der Bright Eyes, wie er gegenüber dem US-amerikanischen 'Rolling Stone' angekündigt hat. Von Steinen auf dem Weg seiner Wallfahrt niederwerfen lässt er sich nicht so einfach. Ebenfalls im Stück 'Haile Selassie' ruft er energisch: 'I seen, I seen, I seen stranger things happen, happen before.' Woher das Böse kommt, das sich Conor Oberst in den Weg stellt, weiß Denny Brewer, ein befreundeter Musiker. Mit dessen beschwörerischem Vortrag aus kryptischen, prophetischen Worten beginnt das Album. Für ihn besteht das Böse aus reptilienartigen Wesen, die sich nach und nach im menschlichen Erbgut eingenistet haben: 'They made slaves out of the people. And where they landed in is what the Bible calls the Garden of Eden. They were trying to inbreed with the people here. The women would die, the babies were deadborn. But after two thousand years they started taking, the babies started being born and living.' Im anschließenden, ersten Song 'Firewall' greifen die Bright Eyes ein altbekanntes Motiv auf. Was 2005 auf 'We Are Nowhere And It's Now' der 'yellow bird' und 2007 auf 'Cassadaga' noch der 'hummingbird' war, ist 2011 ein Ara: 'I bought a grey macaw, named him Jules Verne. He'll probably outlive me - he's a bright bird. Keeps me company, I teach him new words.' Die Gitarre, die zu Beginn noch allein steht, erinnert skurrilerweise an Nirvanas 'Polly'. Natürlich klingen die Bright Eyes nun nicht wie Nirvana. Aber auf 'The People's Key' formen sie mehr als je zuvor eine Band. Am Vorgängeralbum 'Cassadaga' waren ja bereits viele Instrumente beteiligt, doch klangen diese mehr nach einzelnen Arrangements als nach einer zusammengehörigen Band. Beispielsweise sind die Streicher, die großen Anteil an 'Cassadaga' hatten, nun vollständig getilgt - vielleicht ein wenig zu radikal. 'Firewall' trippelt spannungsvoll und unruhig hin und her, das Schlagzeug tropft. Erst im Refrain leuchtet kurzzeitig eine warme, aufhellende Stimmung.

Conor Oberst hat seine Jugend hinter sich gelassen. Im zweiten Song 'Shell Games' beschreibt er die melancholische Todessehnsucht als ein lediglich jugendliches Motiv - im Erwachsenenalter bleibt nur noch die Wut: 'I was dressed in white, touched by something pure, death obsessed like a teenager. Sold my tortured youth, pissed in vinegar. I'm still angry with no reason to be.' Dazu spielen beschwingte, quietschbunte Jahrmarkt-Synthesizer, die man vielleicht bei The Killers, nicht jedoch bei den Bright Eyes vermuten würde. Überraschenderweise kann man sich nach der ersten Verärgerung, soetwas bei den Bright Eyes zu hören, nicht mehr gegen die Eingängigkeit wehren und mag die Synthies. Das anschließende 'Jejune Stars' stößt die Zuhörer dann erstmal mit einem kurzen, zackigen Krach-Gewitter vor den Kopf, das übergangslos zu einem Disco-Beat wechselt und zwischendurch an Schnittstellen wieder kurz aufflackert. 'Approximate Sunlight' hätte vom Sound her gut auf das elektronisch geprägte Album 'Digital Ash In A Digital Urn' gepasst, da auf allen Tönen ein tiefer Hall liegt - besonders auf dem hypnotischen Background-Gesang.

Im Titelstück des Albums namens 'A Machine Spiritual (In The People's Key)' inszeniert sich Conor Oberst wie in der Vergangenheit als einsamer Musiker hinter verrammelten Fenstern: 'Every head's a different world. Well, mine's concerned. I boarded up the windows. A catatonic plateau, a backwards black-faced minstrel show.' Dieser Inhalt mag aber gar nicht zum Bandsound des Albums passen. Auch dieser Song klingt nämlich wie aus dem Guss einer Band, doch steht hier die Stimme klar im Vordergrund, während die Instrumente im Hintergrund bedächtiger agieren als in den anderen Titeln. 'So let her tip the window,' singt Conor Oberst im folgenden 'Triple Spiral'. Das Fenster, hinter dem er sich gerade noch versteckt hat, wird hier also schon wieder geöffnet. Musikalisch herrscht in diesem Stück ein kleines Durcheinander aus rumpelndem Schlagzeug, dicker Gitarre und elektronischer Orgel. Herrlich klingende Wort-Kompositionen servieren die Bright Eyes in 'Beginner's Mind': 'A cocktail napkin epitaph. Some psycho babel telegram.' Diese trägt Conor Oberst eingängig und beschwingt vor, während die Musik zum Kopfwippen animiert.

Das traurige Piano-Stück 'The Ladder' konstatiert direkt in den ersten beiden Versen: 'No one knows where the ladder goes. You're gonna lose what you love the most.' Dieser Feststellung begegnen die Bright Eyes allerdings mit Kriegsbemalung und lassen einen kleinen Hoffnungsschimmer aufblitzen: 'Gotta get to the centre, gotta get to the concert, run off with a dancer, gonna celebrate.' In 'One For You, One For Me', dem letzten Song des Albums, füttert Conor Oberst seine Liebste und kommentiert jeden Happen wie es Eltern bei ihren kleinen Kindern tun: 'One for the righteous, one for the ruling class. - One for the tyrant, one for the slaughtered lamb. - One for the struggle, one for the lasting peace. - One for you, and one for me.' Er listet Gegensätze auf und reiht schließlich auch seine Freundin und sich selbst in diese Folge ein. Die Liste gipfelt in der aufrüttelnden Frage 'How did we get so far away from us?' und der erschütternden Feststellung 'You and me, that is an awful lie. It's I and I.' Die einlullende Melodie steht im krassen Kontrast zu diesem vernichtenden Ende. Das allerletzte Wort auf 'The People's Key' schließlich hat wieder der prophetische Musikerkollege, der das Album auch eingeleitet hat. 'When there is total enlightenment, there will be peace. [...] Enlightenment is knowledge,' verkündet er. Wer das Licht bringen soll, verrät er aber nicht. Seine Stimme verebbt nach und nach - und taucht dann doch noch einmal wieder auf, um zu verkünden, wer für die Erleuchtung sorgen wird: 'Mercy.' Allerdings könnte es in der Art und Weise, wie er es ausspricht, auch 'Morrissey.' heißen. Zuzutrauen wäre es dem bestimmt. Aber vielleicht ist es ja auch Conor Oberst, der das Licht in die Welt trägt - wenn er erst einmal am Zion angekommen ist.


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