Nachdem das mittelmäßig produzierte und dennoch gelungene 'Come Out And Play' den Erfolg von 'Stay Hungry' nicht annähernd wiederholen konnte, nahmen sich Twisted Sister für das nächste Werk zwei Jahre Zeit. Gitarrist AJ Pero hatte die Band verlassen und wurde offiziell von Joey Franco ersetzt. Tatsächlich spielte Reb Beach (Winger und seit 2003 auch Whitesnake) einen Großteil der Gitarrenparts ein, wird aber nur bei den 'Additional Background Shouts' geführt. Nicht nur im Vergleich zum Vorgänger ist 'Love Is For Suckers' hervorragend produziert. Schon der monströse Eröffnungstrack 'Wake Up (The Sleeping Giant)' ist eine musikalische Wucht. Auf ihrem letzten regulären Studioalbum lassen es Twisted Sister noch mal so richtig krachen. Voluminöser, kraftvoller Hardrock mit eingängigen Melodien wird mit Nummern wie 'Hot Love', 'Me And The Boys' und dem exzellenten Titelsong geradezu zelebriert. Alles animiert dazu, die Faust in die Höhe zu strecken. Der Motivationsfaktor ist auf dem Werk von 1987 wieder durchgängig hoch. Der Radiofaktor allerdings auch, z.B. bei der Monsterballade 'You Are All That I Need' mit leichtem AOR-Feeling. In keinem Moment könnte man raushören, dass 'Love Is For Suckers' der Schwangengesang für Twisted Sister sein sollte. Doch anschließend löste sich die Band für rund 15 Jahre auf, musikalisch allerdings auf einem Höhepunkt. Denn ungeachtet der Tatsache, dass 'Love Is For Suckers' keine Superhits hervorbrachte, ist es ein hervorragendes Album. Vier durchschnittliche Bonustracks ergänzen den Geheimtipp in der Diskographie der New Yorker Bad Boys. Nur das Booklet der klangveredelten Neuauflage ist wieder beschämend dünn.