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Ben Ottewell -  Shapes & Shadows     Artist:  Ben Ottewell
    Album:  Shapes & Shadows
    Label:  Eat Sleep Records
    Release:  25.02.2011
   Medium:  Album
    Genre:  Folkrock Diesen Artikel ausdrucken 
    Autor:  maximilian Artikel per Mail versenden 
 

Eine neblige Moorlandschaft ziert das Cover von 'Shapes & Shadows', dem Soloalbum von Ben Ottewell. Ansonsten spielt er meistens Gitarre und singt für Gomez. In den vergangenen fünf Jahren hat er die Songideen, die er abseits der Arbeit mit seiner Band entwickelt hat, gesammelt, um sie nun auf einem Album zusammen zu stellen. Dazu hat er sich in den Morast zurückgezogen. Denn dort holt er immer seine wichtigste Muse ab - und steckt sie sich in den Hals. Sie ist ein kleines Fröschlein.

An einigen Stellen zeigt sich der Frosch verhalten in der recht hellen, leicht nuscheligen Stimme von Ben Ottewell, die dann ein wenig belegt klingt. Allerdings ist das keineswegs störend, sondern vielmehr charakteristisch. Musikalisch verlässt Ben Ottewell die elektronischen Pfade, die er mit Gomez beschreitet, und bedient sich bis auf ganz wenige Ausnahmen nur noch rein mechanischer Instrumente. Im titelgebenden Opener piepen noch prägnant gepitchte Keyboard-Töne, doch taucht die Elektronik dann im Laufe des Albums lediglich noch an zwei weiteren Stellen auf - und zwar in Form einer E-Gitarre in einem kurzen Solo ('Chicago') und als hervorlugende Begleitung im Hintergrund ('No Obstacles').

Die beruhigende, aber nicht einschläfernde Wirkung, die die meisten Stücke auf 'Shapes & Shadows' verbreiten, rührt daher, dass Ben Ottewell samtig klingende Instrumente vielfältig einsetzt. Klingen die Bläser in 'Lightbulbs', dem zweiten Song des Albums, noch erstickt und beinahe klagend, öffnen sie sich im darauffolgenden 'All Brand New' bereits zu freundlichen Melodien. Ähnliches gilt für die Streicher: Die Abwechslung von kratzigen, hohen Geigen und einem drängenden Kontrabass verhilft 'Blackbird' zu einem wuchtigen Effekt. Wenn die Streicher zum Piano in 'Chose' hinzutreten, tragen sie die Melodie sachte, statt sie zu hieven. Dass mit dem Schlagzeug und dessen klaren, regelmäßigen Einzelschlägen und dadurch, dass Ben Ottewell manchmal kräftig gegen seine eigene bedächtige Stimme im Background ruft, dann schließlich doch auch noch ein gewisser Druck in die wohlig bimmelnde Melodie gerät, macht 'Chose' zum besten Stück des Albums. Auf diese Weise vereint es nämlich das Dynamische mit dem Bedächtigen.

Gegen Ende des Albums gewinnt das Bedächtige dann leider zu viel Raum. Das Besondere, das die vorigen Songs durch Bläser-, Streicher- oder Pianoeinsatz geschaffen haben, fehlt in den letzten beiden Stücken. Der schwappende Bass in 'Step Right Back' fällt noch ein bisschen auf, während vom abschließenden 'Take This Beach' nichts hängen bleibt. Gefällig sind natürlich auch diese beiden Stücke, doch nicht zauberhaft wie manches andere auf dem Album.

'Shapes & Shadows' ist also ein gemütliches Album, das seine Zuhörer an den passenden Stellen mit unerwarteten Wendungen wieder aufhorchen, sie zum Schluss dann aber doch wegdummeln lässt. Vielleicht kann Ben Ottewell dieses kleine Manko ja bis zum nächsten Soloalbum noch ausmerzen, indem er seinen Frosch mal küsst, bevor er ihn sich in den Hals steckt. Das soll ja schon so manches Wunder gewirkt haben.


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