Mit hohem Anspruch kam 2009 das Black Rust-Debüt 'Medicine and Metaphors' daher, und die Kritiker geizten nicht mit Lob. Da ging das Konzept von Sänger Jonas Künne wohl auf, nach dem seine Musik mitnichten die Welt retten soll, wohl aber das eigene Leben. Oder eben das des Hörers. Zu diesem Zweck erschaffen Black Rust auch auf ihrem Zweitling 'The Gangs Are Gone' wohligen Idie-Rock mit zauberhaften Melodielinien. Doch die trügen genauso wie der schmeichelnde Gesang. Für dieses Album braucht man Kraft. Das suggeriert schon das verstörende Coverfoto, und tatsächlich sind die zwölf plus eins Songs die Suche nach dem Platz im eigenen Leben, der Verlust von Vergangenheit, die Suche nach einem selbst. Das ist kein einfaches Unterfangen und hat schon gar nichts mit derzeit womöglich aufkommenden Frühlingsgefühlen zu tun. Mitunter klingt das eher nach schweren Herbstdepressionen: 'It's cold outside and I'm waiting for the rain to fall / nothing's left, nothing's bright and I'm back to where I started'. Und noch verzweifelter: 'Tears are coming but I'm to numb to feel my eyes ... Everything starts to hurt from now on / I'm round here and I can't go on'. Black Rust sind die ernste Seite der U-Musik. Die Songs dienen zur Verarbeitung von Erlebnissen und Emotionen, sind der reine Selbstfindungstrip. Und dabei doch nicht derart privatim, als dass sich nicht eine Menge Hörer damit identifizieren könnten. Daher hat 'The Gangs Are Gone' seine psychoanalytische Berechtigung, wenn auch zeitlich ein wenig deplatziert.