Unterschiedliche Veröffentlichungen von Relapse Records schinden seit ein paar Jahren den Eindruck, als würde sich Chicago von anderen geografischen Brennpunkten des amerikanischen Metals abheben. Dort, wo der amerikanische Industrial seine Wurzeln und durch die Vermischung mit Metal Bands wie Ministry hervorgebracht hat, entstand eine Musikszene aus der Gruppen wie Yakuza und später Minsk entsprungen sind, die seit der Auflösung Ministrys im Jahr 2008, für ein Beispiel des Postmetals stehen. In den letzten Jahren haben sich Minsk-Gitarrist und Produzent Sanford Parker und Bruce Lamont von Yakuza hervorgetan, die mit unterschiedlichen Nebenprojekten regelmäßig für Aufmerksamkeit sorgen. Bei Bloodiest geht der eine seiner Hauptbeschäftigung als Produzent nach, während der andere für den musikalischen Prozess zuständig ist. Bloodiest ist dabei eine Art Chicagoer Supergroup, die neben Lamont sechs weitere Musiker (unter anderem Tony Lazzara von Follows) versammelt, die sich an den Ursprüngen des Post Metals orientieren und bei den musikalischen Hardcore-Revolutionisten Neurosis ihren Ursprung finden. Das gute ist, dass durch die Vielzahl von Mitgliedern kein eindeutiges Genre definiert werden kann, denn dafür ist die Bandbreite der Einflüsse zu groß, was logisch ist, wenn sieben Menschen versuchen einen musikalischen Konsens zu finden. Somit findet sich auf dem Album mit jedem Song ein unterschiedliches musikalisches Gerüst wieder, dass von Dark Ambient Folk bis hin zur Mischungen von Industrial und Metal reicht. Die Band scheut selbst bei den einzelnen Hauptprojekten nicht halt zu machen, weshalb auf dem Höhepunkt des Songs 'Dead Inside' die Gitarre so gespielt wird, dass diese an die Spielweise von Lamont Saxophon bei Yakuza erinnert. Ebenfalls gibt es immer wieder kurze Verweise auf Neurosis, die sich mit ihrem dritten Album 'Souls at Zero' vom Hardcore loslösten, womit Bloodiest auf die Grenzenlosigkeit ihrer Musik verweisen. Somit stellt sich 'Decent' als ein weiteres Hommageprojekt der Chicagoer Musikszene da und es darf gespannt auf die nächsten Bands von Lamont und Parker gewartet werden.