Was kommt einem in den Sinn, wenn man an Irland denkt? Vermutlich Whiskey, Guinness und die IRA; als Metalfan unweigerlich zusätzlich Primordial. Der Liste muss seit einigen Jahren zwangsläufig Altar Of Plagues hinzugefügt werden. Diese machten mit der 'Through The Cracks Of The Earth' EP von 2007 zum ersten mal auf sich aufmerksam und bewiesen mit zwei weiteren EPs, sowie einem Album, dass es sich nicht um Eintagsfliegen handelt. Dabei variierten die Iren, teils zum Unmut einiger Fans, kontinuierlich ihren Stil; bemerkenswerterweise war dennoch stets eine charakteristische Handschrift zu erkennen. Auch das zweite Full-length 'Mammal' unterscheidet sich etwas von der Vorgänger-EP 'Tides', hält aber ebenfalls an der im Vergleich zu den Frühwerken wesentlich dynamischeren Songstruktur fest. Die einzelnen Songs zeichnen sich durch mitunter großartige Spannungskurven aus, die geradezu dem Post-Rock entsprungen sein könnten (erfreulicherweise wirkt das bei Altar Of Plagues kein bisschen tuntig im Gegensatz zu mach anderen solchermaßen inspirierten Bands, wenn man mir die saloppe Wortwahl gestattet). Hin und wieder meinte man es mit der Liedlänge dann aber doch etwas zu gut - 'Neptune is Dead' mit seinen über 18 Minuten hätte locker ohne Qualitätseinbußen gekürzt werden können. Dagegen demonstrieren 'Feather and Bone' oder 'All Life Converges to Some Center' wie man 12 und mehr Minuten auf höchstem Niveau füllen kann, so dass zu keiner Sekunde Langeweile aufkommt. Lyrisch befasst sich die Scheibe dem Promotext zufolge auf persönliche Weise mit dem Konzept des Todes; so interessant das auch klingen mag, ein Urteil ist mir mangels Texten nicht möglich (wann wird unsereins endlich mal mit Lyriks zur Promo versorgt?). Einmal mehr haben Altar Of Plagues sich als feste Größe im modernen Black Metal bewiesen. Wer musikalisch nicht in den 90ern hängenblieben ist und Songs in Überlänge nicht scheut, wird mit einem spannenden und komplexen Album belohnt - vorausgesetzt er gönnt diesem die nötige Zeit, sich zu entfalten, denn Easy Listening ist 'Mammal' sicherlich nicht.