Nicht nur ihr Bandname entstammt aus einer fernen Zeit in den achtziger Jahren, auch ihr Sound vermittelt Reife, Vertrautheit und Geschick von alten Hasen im Musikgeschick. Das mag daran liegen, dass sich Brat Pack, die sich tatsächlich erst 2006 gegründet haben, eng orientieren an den Werken von Adolescents, SNFU oder R.K.L. Und dann kommt eben das dabei raus: treibender Hardcore-Calipunk mit einem ausgeprägt düsteren Einschlag. Auf ihrem zweiten Album 'Stupidity Returns' gehen die Niederländer so frisch ans Werk, dass es kracht. Ohne Schnörkel und Umschweife gehen die Songs auf den Hörer los, und selbst so vergleichsweise ruhige Tracks wie 'Nothing To Hide' entwickeln eine zwingende Eindringlichkeit, der man sich kaum entziehen kann. Das ist nicht zuletzt den dichten, packenden Texten zu verdanken, die keinen Raum für Sweet Talk oder Belangloses lassen, die sich abarbeiten an einer Menge, die sich von einem Geert Wilders und seinen Erben einlullen lässt und wortreich die holländische Politiklandschaft auseinandernehmen. Mitunter fragt man sich gar, wann Sänger Ken eigentlich Luft holt. Das backing up der Band jedenfalls lässt ihm nur wenige Verschnaufpausen, wenn es mit bedrückend-schweren Parts die besungene Stupidity unserer Gesellschaft untermalt. Mit einer Reminiszenz retten Brat Pack musikalisch das Beste aus den Achtzigern und Neunzigern rüber und beweisen textlich ein so helles Köpfchen wie waches Auge. Das macht 'Stupidity Returns' zeitlos und doch hochaktuell.