Als 2004 zum ersten Mal 'Still Hungry' erschien, habe ich mich darüber geärgert. Denn kein Mensch braucht ein Remake eines Erfolgsalbums. Nur weil die Bandmitglieder nicht mit dem '84er 'Stay Hungry' zufrieden sind, müssen sie den Fans doch kein neues aufzwingen? Doch genau das tun sie, indem sie 'Stay Hungry' seit Erstveröffentlichung nicht neu aufgelegt und nicht remastert haben, nun aber die Special Edition von 'Still Hungry' rausbringen. Okay, ganz ehrlich, der Originalklassiker war etwas lasch produziert. Megahymnen wie 'We're Not Gonna Take It', 'I Wanna Rock' und 'Burn In Hell' hätten noch mehr Power vertragen können. Und siehe da: Das ist auch geglückt. Außerdem hat die Band hier und da einen draufgepackt. Bei 'We're Not Gonna Take It' ist das Gitarrensolo noch länger, 'Burn In Hell' ist noch böser und 'I Wanna Rock' wird schließlich zum Riffgewitter. Nur 'The Price' hat viel von seiner ursprünglichen Atmosphäre verloren. Schade um diese wunderbare Ballade. Obendrein gibt es zwei neue Songs, die damals wohl nicht passten oder für passend gehalten wurden. 'Never Say Never' und 'Blastin' Fast & Loud' sind typische Twisted Sister-Songs. Eine echte Bereicherung. Die vier 'lost tracks from the original 1984 sessions', die man schon in den Rohfassungen von den 'Club Daze"-Compilations' kennt, passen ebenfalls gut dazu. Auch schön: 'Heroes Are Hard To Find'. Der Tracks stammt aus Sniders Film 'Strangeland'. Zwar hat Dee Snider nicht mehr so viel Power in der Stimme wie damals. Und AJ Peros Schlagzeug klingt immer noch nicht viel besser als auf dem Original von 1984. Doch trotzdem muss man konstatieren, dass die Neuaufnahmen der Klassiker plus Bonustracks ordentlich krachen. 'Still Hungry' klingt saftiger, kräftiger, härter - einfach wuchtiger. Als echter SMF, also als Twisted Sister-Fan benötigt man nun eigentlich beide Versionen. Wie schön wäre es doch gewesen, hätte man der Neuauflage einfach das remasterte Original-Album als Bonus-Disk beigelegt. Das wäre mal ein smarter Schachzug gewesen. Dann hätte nämlich jeder Fan selbst entscheiden können, ob ihm die alte oder die neue Version besser gefällt, anstatt dass ihm das gelungene Remake aufgezwungen wird.