Der elektromusikalisch gleichermaßen bewanderte wie szenebekannte Finian Paul Greenall a.k.a. Fink besinnt sich in seinem neuen Album mit dem irreführenden Titel 'Perfect Darkness' einmal mehr seiner Wurzeln und greift zur Akustikgitarre. Was dabei herauskommt, klingt angenehm anders und hebt sich deutlich ab vom in- und durcheinander diffundierenden Sumpf dutzender blasser Singer/Songwriter-Kollegen. Daran ist mit Sicherheit die produktionstechnische Versiertheit des Brightoners nicht ganz unbeteiligt. Irgendetwas klebt da außerdem an den Saiten der Gitarre, oder an Finks Fingern, das seinem Gitarrenspiel eine besondere Kühle verleiht. Die markante Stimme, irgendwo zwischen rauh und zart, eisig und fragil, fügt sich in dieses klangliche Bild ein wie eine siebte Saite auf der besagten Gitarre. Der Titelsong 'Perfect Darkness' erntet als laufende Nummer eins der Platte und auch erste Singleauskopplung direkt Vorschusslorbeeren und stellt den Prototyp aller oben angeführten Kriterien dar: ein puristischer Song mit äußerst angenehmem Rhythmus. Man merkt anhand der wohligen Entspannung: Ambient muss nicht unbedingt Ambient sein, um ambient zu sein. Dort und in 'Yesterday Was Hard On All Of Us' muss man irgendwie an die See denken, an gemäßigten Wind und gemäßigte Meereswellen. Zufälligerweise findet sich genau dieser Gedanke als Illustration auf dem Cover wieder. Fink ist ein expressives Talent; er transponiert Emotion unter einem Minimum an Verschnitt. Egal, ob er nun bluest, wie in 'Wheels', oder swingt, wie in 'Save It For Somebody Else' - er tut es mit der Leichtigkeit, die man sich dabei wünscht. Und in einem Song wie 'Warm Shadow' fühlt man geradezu die sich ballende Energie. Dort kommt es allerdings nicht zum erwarteten Ausbruch, sondern vielmehr resublimiert diese Energie im Ungewissen. Das kann jedoch in Anbetracht der kommenden Appetitlichkeiten unproblematisch als Feature gewertet werden. Wenn Fink romantisch wird - auch das kann er - klingt das dann ungefähr so: 'You're like a fucking rainbow - just let me revel in your bloom' . Wenn auch ein wenig derb - diese zwei Verschen wirken. Entnommen sind sie aus 'Honesty', dem wohl stärksten Song der Platte. Doch diese hohe Qualität vieler Stücke bringt auch punktuelle Durchhänger mit sich: Hier und da bleibt auch mal ein Song nicht so richtig hängen und man kann nicht so wirklich etwas mit ihm anfangen, was sich leider auch nach mehrmaligem Hören nicht einstellen will. Dafür entschädigt allerdings der überaus gelungene Schlusspunkt 'Berlin Sunrise'. Und mehr noch als das: Er dürfte bei jedem, der sich von A bis Z mit 'Perfect Darkness' befasst hat, das Album inmitten der schönen Erinnerungen drapieren. Fein!