2010 war ein dunkles Jahr für alle Type O Negative Fans: Front-Hüne Pete Steele starb an Herzversagen, was mit der unvermeidlichen Auflösung der Band ein gewaltiges Loch in der Musik-Landschaft zur Folge hatte. Will man dem Ganzen etwas Positives abgewinnen, dann sicherlich, dass der Welt dadurch ein neues grandiose Projekt beschert wurde - Seventh Void, die Truppe um Kenny Hickey und Johnny Kelly (ihres Zeichens Gitarrist und Drummer bei Type O). Nun hat sich auch Sal Abruscato (der seinerzeit zusammen mit Pete Steele, Kenny Hickey und Keyboarder Josh Silver Type O Negative gründete) mit A Pale Horse Named Death angemeldet, die legitime Nachfolge anzutreten - und das gelingt ausgesprochen gut! Nach einem stimmigen Intro eröffnet 'And Hell Will Follow Me' direkt mit dem Übersong 'As Black As My Heart'; schwermütig schleppende Gitarren und der großartige klare Gesang reissen von der ersten Sekunde an mit. Immer wieder wird man angenehm an Type O Negative erinnert, ohne das Gefühl zu bekommen, dass man es hier nur mit einem billigen Plagiat zu tun hat. Bei vielen Stücken stellt man sich, leicht melancholisch, die Frage wie sie wohl klingen würden, wenn sie von Meister Steele selbst gesungen würden; dies soll die gesanglichen Leistungen von Sal Abruscato, dessen Stimme herrlich abwechslungsreich daher kommt, aber in keinster Weise abwerten. So abwechslungsreich wie die Vocals präsentiert sich auch das gesamte Album: Mal schneller, mal schleppender, immer mit einer gelungenen Mischung aus Komplexität und Eingängigkeit. Lieblose Lückenfüller sind hier nicht zu finden, wohl aber Höhepunkte, die in beständiger Regelmässigkeit aus dem sowieso schon sehr hohen Niveau herausstechen. Neben bereits erwähntem Opener sind hier insbesondere das dramatische 'Cracks In The Wall' und der hypnotische Trip mit Ohrwurmcharakter 'Pill Head' zu nennen. Falls irgendjemand angesichts dieser Titel Befürchtungen hat, dass das Album nicht würdig abgeschlossen wird, wird er mit 'Die Alone' eines Besseren belehrt. Der Rausschmeisser setzt in Sache Schwermütigkeit nochmal einen drauf und zieht den Hörer fast acht Minuten lang in ein schwarzes Loch - und wenn dieser dann endlich den Mund geschlossen und sich wieder gesammelt hat, bleibt ihm nichts anderes, als noch einmal die Play-Taste zu drücken. Herrscht also eitel Sonnenschein in Sache A Pale Horse Named Death? Salopp gesagt: Japp! Das Debüt zeigt sich ohne Schwächen, bietet reihenweise Highlights und schlägt sich auch im Langzeittest ausgezeichnet. Type O Negative Fans finden mit 'And Hell Will Follow Me' womöglich den würdigen Nachfolger, in jedem Fall allerdings etwas Trost. Bleibt nur noch abzuwarten, was die Band live zu bieten hat, aber auch das ist nicht mehr lange ein Geheimnis. Achja, etwas Negatives fällt mir doch noch ein: Die Mannen um Sal Abruscato müssen sich ordentlich ins Zeug legen, um mit einem künftigen Album die selbstauferlegten Messlatte zu erreichen; wir lassen uns aber allzu gerne überraschen.