Hinter dem Namen Black Country Communion verbirgt sich - mal wieder - eine sogenannte Supergroup. Und es ist wirklich eine. Für Bass und Gesang zeichnet 'The Voice Of Rock' Glenn Hughes verantwortlich. Dazu gesellt sich das juvenile Gitarrenwunder Joe Bonamassa. Der 34jährige Virtuose hat gute Chancen, auf unbestimmte Zeit das Bluesrock-Genre zu dominieren. Am Schlagzeug sitzt Jason Bonham, der nicht vom Ruf seines berühmten Vaters lebt, sondern schon für die Quireboys, UFO und Foreigner getrommelt hat. Das Quartett vervollständigt Keyboarder Derek Sherinian. Auf den ersten Blick der Unbekannte in der Band, hat Derek bereits mit Dream Theater, Alice Cooper, Billy Idol und Kiss musiziert. Star-Produzent Kevin Shirley (Iron Maiden, Journey) berichtete, die Band wäre schon vor Fertigstellung des Albums beinahe an den einzelnen Egos zerbrochen. Doch man riss sich zusammen. Und so knallt uns das Quartett zunächst den Titeltrack 'Black Country' (übrigens eine Industrie-Region im Raum Birmingham) vor den Latz, eine aggressive Hardrock-Nummer mit dominantem Bass und heftigem Riffing. 'I am the messenger', brüllt Glenn Hughes wie zu besten Zeiten, während Bonamassa mit der Gitarre 'nachspricht'. Hughes ist zwar die dominante Figur am Mikro, aber Bonamassas Gitarrenspiel ist natürlich nicht weniger markant. Hingegen ist 'One Last Soul' etwas lässiger, ansatzweise funky. Vor allem hat die Nummer einen umwerfenden Rhythmus, der sich ständig zu verändern scheint und doch konstant bleibt. Passend zum düsteren Black Country ist der Sound auch oft schleppend und dunkel gehalten ('The Great Divide', 'Down Again'). Bis Joe Bonamassa mit seinem 'Song For Yesterday' kommt. 'Joe is a wonderful singer. Really passionate in his approach', konstatiert Glenn Hughes richtig in den Liner-Notes. Er selbst agiert als Background-Sänger in dieser fantastischen Beinahe-Ballade, bei der die synthetische Orchestration von Derek Sherenian einfach nur genial ist. Bonamassa singt auch den coolen Funker 'The Revolution In Me'. Den Abschluss macht ein großartiges, zwölfminütiges Duett der beiden: 'Too Late For The Sun'. Unter der Ägide von Kevin Shirley gelang dem ungleichen Quartett ein schöner erster Schlag. Ein bisschen Zeit braucht es, aber mit jedem Durchgang wird dieses Album besser. Die Mischung aus Hardrock, heftigem Blues und einem winzigen Bisschen Heavy Metal wirkt nur ganz selten zu verspielt. Da hatte die Band beim Einspielen vermutlich noch mehr Spaß, als der Zuhörer beim Abspielen. Aber das ist verzeihlich. Unverzeihlich wäre es, wenn Black Country Communion nicht lange genug zusammen bleiben, um ein weiteres Werk aufzunehmen (an dem angeblich schon geschrieben wird). Und noch wichtiger ist es, dass die Band möglichst bald auf deutschen Bühnen auftritt. Dann kann man sich garantiert auf eine saftige Ladung aus dem Black Country gefasst machen, die mit ein paar Perlen aus den 'anderen Karrieren' der Bandmitglieder angereichert wird.