Wenn bei dieser Supergroup nicht das Feuer lodert. In unglaublicher Geschwindigkeit haben Glenn Hughes, Joe Bonamassa, Derek Sherinian und Jason Bonham mit Starproduzent und Leitwolf Kevin Shirley das zweite Album fertiggestellt. Gerade mal ein Dreivierteljahr liegt zwischen dem Erstling und diesem gut einstündigen Werk. In der Tradition von Led Zeppelin und Van Halen war offenbar keine Zeit mehr für einen Titel. Die Entstehungszeit war kurz, die Spielzeit ist mit einer guten Stunde wieder äußerst satt. Mit dem rasanten 'The Outsider' festigen Black Country Communion den Eindruck, dass sie in erster Linie eine Hardrockband sind. Der aggressive Opener erinnert fast an Glenn Hughes' Zeit bei Deep Purple und den Song 'Burn'. Die dominanten Orgelklänge sind richtungsweisend, denn Sherinian ist an den Tasten noch viel präsenter als auf dem Vorgängeralbum. Die Schlüsselfigur bleibt Glenn Hughes. Den Hardcore-Blueser gibt der Mann, den sie 'The Voice Of Rock' nennen, mit dem krachenden 'Man In The Middle', was er für Black Country Communion zweifellos ist. Hughes' genialer Gegenpol ist Bonamassa. Dessen vielschichtiges Epos 'The Battle For Hadrian's Wall' gehört zum Besten, was 'BCC2' zu bieten hat. Ein bisschen Led Zeppelin (vielleicht 'Ramble On') steckt da sicherlich genauso drin wie in 'Save Me', wo 'Kashmir' grüßen lässt. Jason Bonham zeigt am Schlagzeug, wessen Sohn er zweifelsohne ist. Nicht nur das lässige 'Smokestack Woman' glänzt mit wuchtigen Drums vom Kaliber Led Zeppelin oder Detective. Dazu dann immer wieder Bonamassas grandioses Gitarrenspiel und Riffs, Riffs und noch mehr Riffs. Auch das zweite BCC-Album erfordert, nicht zuletzt aufgrund der langen Spielzeit, wieder etwas Zeit, bevor es sich voll entfaltet. Aber es lohnt sich. Den Schlusspunkt setzt der atmosphärische, beinahe balladeske und einfach nur geniale Siebenminüter 'Cold'. Glenn Hughes befindet sich gesanglich in der Form seines Lebens und singt sich die Seele aus dem Leib, während Joe Bonamassa an den Saiten für absolute Gänsehaut sorgt. Traumhaft. Offenbar hat sich die Band mittlerweile derart eingegroovt, dass man noch mehr erwarten darf. Zunächst aber steht für den Juli endlich die heiß erwartete Deutschland-Tournee an. Da wird der ein oder andere Song garantiert noch ganz andere Qualitäten entfalten.