Was beschwingt und mit gehörigem Vorwärtsdrang beginnt, wird zusehends belanglos und schließlich peinlich. Schade Blondie! Dabei haben wir es mit der Band zu tun, die uns Großtaten wie 'X-Offender' oder 'Hangin‘ On The Telephone' geschenkt hat, kredenzt von einer Frontfrau, die Frauen und Männer gleichermaßen in ihren Bann zog. Ja, Ende der 70er war Blondie eine coole Band, die die unterschiedlichsten Einflüsse (Disco, Punk, Reggae und Rap) aufsog und auf eigene Art und Weise wieder ausspuckte. Nun also Panic Of Girls, das dritte Album nach dem Comeback Ende der 90er, welches mit 'Maria' einen veritablen Hit abwarf. Mit 'D-Day', 'What I Heard' und 'Mother' geht es gut los, Keyboards kommen großzügig zum Einsatz, die Gitarren werden in den Hintergrund gemischt. Darüber die immer noch unverwechselbare Stimme von Debbie Harry. Vor allem klingt es so, wie sich Blondie selber gerne sehen: modern und immer auf der Höhe der Zeit. Doch gerade der unbedingte Wille zur Vielschichtigkeit wird Debbie Harry & Co zum Verhängnis. 'Girlie Girlie', schon 1985 von Sophia George eine Zumutung, wird unter der Ägide der Band nicht besser. Das folgende 'Love Doesn´t Frighten Me' gelingt wesentlich besser, hätte aber auch so von den Killers kommen können. Die B-Seite offenbart dann das gesamte Dilemma. Nur der Balkan-Walzer 'Sunday Smile' von Beirut weiß zu gefallen. 'Wipe Off My Sweat', versehen mit peinlichen Papi-Papi-Rufen, bringt wahrscheinlich nicht mal die Amöben in balearischen Großraumdiscos zum Tanzen. Die Ballade 'China Shoes' beendet das Elend manierlich. Schade. Lieber noch einmal 'X-Offender' und 'Hangin‘ On The Telephone' hören.