Na, na, na... also bitte! Wer sich 'Set The World On Fire' aus purem Trotz nicht anhören möchte, der verpasst etwas. Black Veil Brides haben mehr zu bieten, als nur ihr extravagantes Styling und bevor weiterhin munter mit Vorurteilen auf diese Band eingedroschen wird, sollte hier erstmal hinter die schwarz geschminkte Fassade geschaut werden. Als Belohnung gibt es feinsten modernen Metal. Ja, echt! Die Jungs erinnern auf ihrer bisher zweiten Veröffentlichung stark an Mötley Crüe und The 69 Eyes. Irgendeine wilde Mischung aus Sound und Gesangsstil dieser beiden Bands, leckere achtziger Jahre Gitarren-Riffs und doch genügend Frische, um nach 'hier und heute' zu klingen. 'Set The World On Fire' ist insgesamt ein durchaus überzeugendes Album geworden und Black Veil Brides haben es gemeistert, obwohl sie noch relativ jung sind, ihre Musik überraschend reif klingen zu lassen. Reif, aber noch nicht komplett ausgereift. Gerade bei Kracher-Hymnen wie 'Youth & Whiskey' könnten sie sich ruhig noch etwas mehr trauen, machen sie doch sonst auch auf übel und gefährlich. Trotzdem geht es hier alles andere als harmlos zu und bleibt konstant melodiös-metallisch-düster anmutend - soviel zum Überblick. Die Gitarren laut und peitschend bis zum bitteren Ende, viele Parts laden zum Kollektiv-Shouten ein und sogar ein paar wunderschön kreischende Screams sind ab und an zu vernehmen. 'Fallen Angel', 'Rebel Lovesong', oder 'Die For You' sind allesamt energiegeladene Nummern, jedoch könnte an dieser Stelle, ohne Witz, die komplette Tracklist zitiert werden. Alle elf Nummern versprühen Retro-Charme, ohne abgekupfert oder langweilig zu wirken. Klasse Album, frei von Durchhängern und definitiv eine besonders warme Empfehlung wert, weil es einfach Spaß macht! Aus der Emo/Screamo/Sonstwas-Core-Schublade sind die Jungs nun rausgewachsen und scheinen zu dem gefunden zu haben, was sie ursprünglich verkörpern wollten. Es fehlt lediglich die gewisse Prise an übermütiger Rotzigkeit, ansonsten haben sie diesmal alles mit an den Start gebracht, um ihre vielen Kritiker verstummen zu lassen. Sollten Black Veil Brides es mit ihrem nächsten Werk schaffen, sich so unzähmbar anzuhören, wie ihre Gesamterscheinung vermuten lässt, dann dürfen wir uns jetzt schon vorfreudig die Hände reiben.