'The Rip Tide' heißt das neue Album von Beirut, und es könnte beirut-iger nicht sein: Wunderschön fließende Melodien, Glückseligkeit ausstrahlende Arrangements mit Trommlern, Streichern und Bläsern und dazu die sanften aber kraftvollen Vocals Zach Condons, dem man solange er singt bedingungslos überall hin folgen würde, könnte diese elektrisierende Stimme doch selbst den schaurigsten Ort in ein kleines Wunderland voller Sonne, Blumen und immer währender Fröhlichkeit verwandeln. Gleich der Opener ist ein bombastisches Werk - langsam steigt das Akkordeon ein, lässt durch ein paar so simple Töne alles andere in Vergessenheit geraten und schwingt sich mit den dazu stoßenden Trompeten und Trommeln in die höchsten aller Beirut-Höhen auf, um gleich darauf in eine lockere Strophe überzugehen, in der Zach Condon zunächst nur von Gitarren begleitet wieder einmal beweist, welch wahnsinnig hypnotisierende Wirkung seine Songs ausüben können. Sofort wirkt diese ganze Kombination aus klassischen Elementen und folkiger Leichtigkeit vertraut, geradezu eingelullt wird man von den Urlaubsstimmung verbreitenden Klängen in 'Santa Fe' oder 'The Vagabonds of Old Town'. Die kontinuierlichen Steigerungen und gleich darauf folgenden Brüche in Liedern wie 'Cuixmala' oder 'The Rip Tide' bringen eine unheimliche Spannung auf das Album und lassen, einmal eingefangen, nicht mehr so schnell los. Dunkle, tiefe Blasinstrumente, langsam wirbelnde Blechtrommeln, ruckartig einsetzende Geigen. Beirut schaffen es mit 'The Rip Tide' trotz Dynamik und schneller Rhythmen, eine Gelassenheit und Ruhe zu verbreiten, die völlig frei macht. Das einzige was bleibt, ist die Musik. Und die ist wirklich ein Genuss. Ich bin dann mal im Wunderland.