Art Abscons sind faszinierend. Wieder einmal macht das HauRuck-Label mit einem hochinteressanten Signing auf sich aufmerksam. Im Gegensatz zu den letzten Releases des Labels, die entweder aus düsterem Neo-Pop (Val Denham) oder aus zutiefst bekifften 3-Songs-in-gefühlten-50-Minuten-Alben (Seven that Spells) bestanden sind Art Abscons stilistisch anders. Natürlich kann man da den Neofolk-Stempel draufpacken und man würde dem Album gerecht werden. Es ist aber viel mehr als nur primitiver Neofolk mit akustischen Gitarren und epischem Gesang. Zunächst könnte man beim Blick auf das Coverartwork meinen, dass es sich um ein Death In June – Album handelt, so sehr entspricht der Stil des Covers bestimmten älteren Death In June-Werken. Auch die musikalischen Einflüsse kann man sicherlich bei Death In June suchen, aber hinzu kommt ein mal flüsternder, mal deklamierender Gesang, viele akustische Gitarren, die von intensiven Keyboards unterstrichen werden. Das Ganze ist höchst hypnotisch, sehr melodisch und wirft mit Assoziationen nur so um sich. Am ehesten kann man wohl :Of The Wand And The Moon: erkennen oder auch Ordo Rosarius Equlibrio. Aber all diese Parallelen werden Art Abscons nicht gerecht, dafür sind sie viel zu eigenständig. Die harten akustischen Gitarren kombinieren sich mit 70er Jahre-Keyboards, mit fast lässigen Rhythmen, die die üblicherweise sehr epische, tragische Stimmung der meisten Neofolk-Alben ausmacht auflockert und in kleinen Momenten zu einem beschwingten Gegenpol macht. So vereinigt zum Beispiel das grandiose 'Erscheinung!' mit dem noch dazu passenden Text und dem leicht übertriebenen Gesang all diese Trademarks. Aber auch das wunderschöne, an eine gesungene und swingende Version alter Blutharsch-Songs erinnernde 'Liliensonne', das überragend melancholisch-monotone 'Rune' oder das schräg-düsterne 'Niemandsgebet' sind Neofolk-Stücke von absolut einzartiger Qualität. Mit 'Der verborgene Gott' ist Art Abscons ein Meisterwerk gelungen. In jedem Moment umschifft die Band all die Fehler, die auf einem Neofolk-Album auftauchen könnten – schlechter Gesang, Peinlichkeiten in den deutschen Texten, Langeweile, Unoriginalität – von all diesen Dingen ist Art Abscons so weit weg wie sie nur sein können. Das Album strotzt nur so vor Eigenständigkeit, Originalität, Spannung, Intelligenz und Schönheit. Man vermengt jede erdenkliche Spielart des Neofolks – das Monotone, das Epische, das Geräuschhaftige, das mittelalterliche, das Völkische, das Einfache, das Bombastische. Der Gesang ist tief und sanft, die Musik intensiv, die Rhythmen hypnotisch. Besser kann man diese Musik nicht machen.