Man könnte den Eindruck gewinnen, Uriah Heep wären 365 Tage im Jahr auf Tournee. Da ist es wahrscheinlich nur angemessen, dass die Band auch haufenweise Live-Alben veröffentlicht. Ganze 20 zählt man seit 1973. Davon sind allein sieben in den letzten zwei Jahren erschienen. Und es geht hier nicht um das moderne Prinzip der Live-Mitschnitte, die der Fan direkt und nach jeder Show kaufen kann. Das gibt es bei Uriah Heep nämlich noch nicht. Zuletzt war es die Reihe der sogenannten 'Official Bootlegs', die Shows von Bad Rappenau über das Sweden Rock bis Brisbane abdeckte. 'Live In Armenia' ist kein 'offizielles Bootleg', sondern - wenn man so will - wieder ein reguläres Live-Album. Und zwar ein Doppelalbum. Schließlich traten Mick Box, Bernie Shaw, Phil Lanzon, Trevor Bolder und Russell Gilbrook zum ersten Mal in Armenien auf. Das Event war so bedeutend, dass es sogar eine TV-Aufzeichnung für das armenische Fernsehen gab. Die DVD gibt's zur Doppel-CD dazu. Vom Opener 'Wake The Sleeper' des gleichnamigen 2008er-Überraschungsalbums über obligatorische Klassiker wie 'Stealin'' und 'Look At Yourself' und neueres Topmaterial wie 'What Kind Of God' und 'Angels Walk With You' wissen die Classic-Rock-Dinosaurier auch im Kaukasus ihr Publikum zu begeistern. Bevor die Heepster das Set wie üblich mit 'Easy Livin'' beschließen, gönnen sie ihren armenischen Fans mit 'July Morning' noch den monströsen Progressive-Rock-Knaller, bei dem Bernie Shaw einmal mehr alles abruft, was seine beeindruckende Stimme hergibt. Anschließend folgt sogar mehr als nur die Zugabe 'Lady In Black'. Das britische Quintett gibt auch noch 'Sunrise' zum Besten und gräbt 'Sympathy' aus. Klasse! Man kann natürlich hinterfragen, ob die Welt wirklich schon wieder ein Live-Album von Uriah Heep braucht. Aber es wird ja niemand zum Kauf gezwungen. Und man muss anerkennen, dass auch 'Live In Armenia' wieder richtig gut geworden ist. Man kann nicht abstreiten, dass Mick Box und Co. immer wieder alles geben, um ihr Publikum zu begeistern. Nach dem Erfolg dieses Konzerts kann man davon ausgehen, dass es zwar das erste, aber nicht das letzte Uriah Heep-Konzert in Armenien gewesen ist. Und womöglich wird es auch nächstes Mal wieder ein Live-Album geben. Warum eigentlich nicht?