Core-orientierte Bands, die immer wieder einen Schwung Melodic-Death-Metal in ihre Songs mit einbringen, findet man immer seltener und so ist es eine Freude, dass genau auf diesen Pfaden die Berliner von Blacken My Melody spazieren. Ihre erste 5-Song-Ep 'My Path To Hell' beginnt ganz klassisch mit einem 1 Minute und 14 Sekunden langen, epochalen Introsong, der einen auf das bevorstehende Gewitter vorbereiten soll, mich aber spontan zum einschlafen bringt. Zu oft gehört, abgedroschen, langweilig. Liebe Core-Bands, lasst das doch einfach weg, den Song hört eh keiner mehr als einmal. Nach diesem recht ernüchternden Einstieg wird 'I Wont Fall' nachgeschoben, der einen für das Intro gehörig entschädigt. Melodische Gitarren treffen auf hartes Riffing und das Ganze wird mit modernen Elementen kombiniert. Durch die eingestreuten Soli lassen sich jedoch immer wieder die Death-Metal Wurzeln erkennen, die die Jungs in keinem der Stücke vernachlässigen. In 'I Wont Fall' wird der wechselseitige Gesang dabei noch durch einen hardcore-beeinflussten, etwas wehleidig geschrieenen Gesang aufgepeppt, der besonders zu unterhalten weiß. Mehr davon. Die Ep bietet 4 Melodic-Death-Nummern, die mit modernen Versatzstücken gemixt werden und vor allem was die melodische Seite betrifft haben die Jungs ein gutes Händchen bewiesen, denn die cleanen Refrains, der ein oder andere Riff und besonders das eingängige 'Walking Down' bleiben im Kopf hängen. So ist die EP ein guter Start in die Szene und wenn sie jetzt noch ein bisschen mutiger werden und ihre Songs nicht allzu klassisch halten, dann werden sie auch bald die verdiente Aufmerksamkeit bekommen. Geschrieben von Christoph Koch