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H.e.a.t. wenden sich an die Nation, schließlich haben sie einen neuen Sänger. Erik Grönwall heißt der junge Mann, der in Schweden bereits ein Nummer-Eins-Album hatte und dementsprechend bekannt ist. Kein Wunder, denn er gewann 'Swedish Idol', die schwedische Version des populären Casting-Formats. Anders als hierzulande geht es da offenbar noch um die Musik. Erik begeisterte die Jury zunächst mit Akustikgitarre und Skid Rows '18 And Life', später vor großem Publikum mit 'Run To The Hills' von Iron Maiden. Die fantastischen Performances sind auf Youtube zu sehen. Klar, dass der Mann, Jahrgang 1987, in eine hochklassige Rockband gehört.
Die hat er mit H.e.a.t. eindeutig gefunden. Man harmoniere auch im Songwriting, sagte er letztes Jahr in einem Interview, als 'Address The Nation' noch in Arbeit war. Der Beweis liegt nun vor. Das dritte H.e.a.t.-Album ist ein Fest für Fans von AOR und klassischem Hardrock. Schon im monströsen Opener fühlt man sich an die Bon Jovi oder Europe (die übrigens aus demselben Ort kommen) der 80er Jahre wieder. Damals war die Hardrock-Welt noch in Ordnung. Und sie ist es wieder dank melodischer Powerrocker wie 'Living On The Run', 'Falling Down' und 'Better Off Alone'. Einziger minimaler Schwachpunkt ist die superkitschige Ballade 'The One And Only' mit großen Chorgesang. Sorry Jungs, da habt ihr es übertrieben.
Der absolute Überflieger des Albums ist hingegen 'In And Out Of Trouble', ein Geniestreich aus Saxophon, Gitarren und Synthesizern, bei dem einfach alles stimmt. Gesang und Hintergrund-Gesang sind genauso genial wie der Song an sich: Strophe, Bridge und Refrain sind ein wahr gewordener AOR-Traum. Und dann dieses Solo-Duell von Saxophon und Gitarre - zum Niederknien! Da können poplastige Mitgröler wie 'Need Her', 'Heartbreaker' und 'It's All About Tonight' zwar nicht ganz mithalten. Doch der geniale Erik G. verpasst auch denen noch das gewisse Etwas, bevor das Album mit der Hymne 'Downtown' fantastisch abschließt.
Wow! H.e.a.t sind kurz davor, in eine Liga mit Bands wie Strangeways, Giant, Foreigner und den übermächtigen Journey aufzusteigen. 'Address The Nation' ist melodischer Hardrock vom Allerfeinsten, nah dran an einem perfekten AOR-Album. Es ist randvoll mit unschlagbaren Melodien und atmosphärischer Dichte. Und Frontmann Erik Grönwall zeigt, dass Casting-Shows durchaus ihre Berechtigung haben können, erst recht, wenn kein Dieter Bohlen in der Jury sitzt. Damit werden H.e.a.t. garantiert nicht nur ihre Nation begeistern, sondern auch Europa, Asien und vielleicht sogar die USA.
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