Inverloch zelebrieren Funeral Doom so wie es sein muss. Zunächst der Hinweis: Es gibt in diesem Genre oft genug Alben mit drei Titeln und 50 Minuten Spielzeit - bei 'Dusk Subside' handelt es sich aber tatsächlich nur um eine EP mit drei Tracks, die trotzdem auf eine stattliche Spielzeit von 22 Minuten kommt. Viele werden beim ersten Hören des Tracks 'Shadow Of The Flame' aufgrund des Grindcore/Black-Metal-artigen Blastspeed-Gedresches im Track jegliche Zugehörigkeit zum Doom verneinen, aber die Grundstimmung der Tracks ist ähnlich der von langsam zähfließendem Niedrigtemperatur-Magma, dessen Oberfläche an der Luft bereits anfängt zu erstarren. Quälend, langsam, brutal, mit langgezogenen Riffs und Melodien, stellenweise durch Post-Metal-artige Gitarren aufgelockert, brechen die Songs immer wie in Grindcore aus. Die Stimme ist tiefstes Funeral-Doom-Gegrunze in der Nähe von Ahab. Inverloch vermengen viel, sind nicht wirklich innovativ, aber begeisternd intensiv. Ein bisschen mag das an das Debütalbum von My Dying Bride erinnern oder an die frühen Demos von Cathedral, aber der Klang ist modern und die Produktion exzellent. Und eines geht der EP fast völlig ab: Kitsch. Die nicht verstärkten Gitarrenparts entfalten nie einen süßen Duft der Melancholie, sondern verströmen eher eine Kälte, die der heißen, Magma-artigen Grundstimmung einen exzellenten Kontrapunkt liefert. Diese drei Stücke machen definitiv Lust auf mehr.