Eklipse sind 4 junge Damen und ihre Streichinstrumente. Wer jetzt an Apocalyptica denkt mag recht haben – oder auch nicht. Eklipse ist ein klassisches Streichquartett, das aktuelle und ältere Hits der Popwelt zu klassischer Kammermusik umfunktioniert hat. Apocalyptica waren und sind eher Metaller, die auch Streichinstrumente spielen können. Genreaffin werden die Damen von Eklipse gerade für den Gothicbereich vor allem durch den dritten wichtigen Aspekt ihres Auftretens: Ihre Optik. Die Damen entstammen so heißt es der Berliner Fetischszene und sie geben mit ihren Lack- Leder- und Maskenkostümen auch jeden Grund, dieser Legende Glauben zu schenken. Ansonsten machen die Damen ein ziemliches Bohei um inkognito zu bleiben, keine Namen, keine Geschichte, kein gar nichts. Wer vermutet dass die Damen hauptamtlich als brav gesittete Schuldmädchen in einem Orchester musizieren um dann abends peitschenknallend den grauen Pullunder in die Ecke zu werfen hat vermutlich zu viele Filme gesehen… (…und könnte trotzdem richtig liegen…) Nötig hätten die Damen das nicht, denn ihre Musik besticht durch Qualität, die nicht auch noch durch ein besonderes Auftreten verstärkt werden müßte. Da es den Damen aber offensichtlich Spaß macht und die männliche Hörerschaft mit Sicherheit nichts dagegen hat sei ihnen das Musizieren in Strapsen auch gegönnt. 'A Night In Strings' ist jedenfalls ein zwar naheliegendes aber nichtsdestotrotz gelungenes Wortspiel um die vier Streicherinnen zu beschreiben. Man vergreift sich auf hohem Niveau hauptsächlich an extrem populären Hits die mit Witz und Können in Streicherpartituren umgewandelt wurden. Absolut herausragend dabei ist 'Cry Me A River' im Original von Justin Timberlake, aber auch 'Paparazzi' (Lady Gaga), 'Wonderful Life' (Hurts) sowie die Umsetzung der Main Titles von 'New Moon' sind herausragend. Ja, natürlich, Twilight, noch mehr Klischee, aber es passt irgendwie. Wer mehr Anspruch als Apocalyptica sucht und über den überladen klischeehaften Rest hinwegsehen kann wird ein gutes Album erhalten.