Labels die als Qualitätsgaranten bezeichnet werden können sind mittlerweile Mangelwaren. Doch wenn ein Label sich diesen Status in den letzten Jahren verdient hat, dann auf jeden Fall Denovali Records. Zu dessen Perlen gehören unter anderem Releases von Omega Massif, Her Name Is Calla, Black Shape Of Nexus und der hier im Zentrum stehenden Bersarin Quartett. Das münsteraner Solo-Projekt überraschte 2008 mit einem selbstbetitelten Album, das mit wunderschönem Ambient zu verzaubern wusste. Wie ein Soundtrack für niemals gedrehte Filme wartete das Album mit einem geradezu magischen Moment nach dem anderen auf und lief dabei dennoch nie Gefahr, in Kitsch zu versinken. Durch den Einsatz von Postrock-, Jazz- oder Elektro-Elementen wurde auch der Monotonie geschickt ein Schnippchen geschlagen. Die gute Nachricht lautet, dass sich genau diese Attribute problemlos auch auf das neue, schlicht mit 'II' betitelte Album anwenden lassen - die weniger gute: Obwohl die Zutaten die selben sind, kommt nicht ganz die selbe Begeisterung wie beim Vorgänger auf. Es ist schwer zu begründen, aber das intensive Gefühl, das Lieder wie das großartige 'Mehr als alles andere' auslösten, will sich nicht ganz einstellen. Das neue Werk kommt ruhiger, träumerischer daher, versprüht dafür aber nicht die selbe cineastisch-magische Wirkung, die den Erstling so einzigartig macht. Es sei allerdings direkt klargestellt, dass es sich hierbei um Kritik auf sehr hohem Niveau handelt; auch Stücke wie 'Im Lichte des Anderen' oder das jazzige 'Jedem Zauber wohnt ein Ende inne' schaffen es Emotionen zu wecken, wie es vielen weniger virtuosen Bands niemals gelingen könnte. Denovali Records behält seinen Status, Bersarin Quartett bleibt weiterhin ausgesprochen empfehlenswert - nur etwas mehr Gänsehaut-Momente darf es beim nächsten Album gerne wieder geben!