Nicht jedes Verliebtsein ist mit dem Gänseblümchen-Spiel, das über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, sofort geklärt. Manchmal kommt auch Besessenheit dazu - und wenn dann das Gänseblümchen sagt: 'Sie liebt mich nicht.', ist das völlig egal. Denn dann brabbelt man eben wie im Wahn dagegen an, bis man das fistelnde Blümchen nicht mehr hört. So tun das auch Motor im Titelstück ihres vierten Albums - oder, besser gesagt: Martin Gore, der Kopf von Depeche Mode, tut das für sie. Denn er leiht ihnen seine Stimme für dieses Lied, indem er über eine unerreichbar scheinende Frau singt: 'I love, love - I love, love - I love, love, love, love, love, love!' Im Gegensatz zu Martin Gores eigenem Techno-Projekt VCMG konzentrieren sich Motor auf 'Man Made Machine' allerdings deutlicher auf Song-Strukturen und setzen viel Gesang ein, während VCMG nur instrumental arbeiten. Unterlegt von basslastigen, dumpfen Beats verbreiten die verschiedenen, verfremdeten Stimmen eine obsessive Atmosphäre, beispielsweise der verführerische, androgyne Gesang in 'Hyper Lust', das aggressive Flüstern in 'The Knife' oder die verruchte Frage: 'I don't even need to know your name, I don't need to know about the game - do you really want to let me know?' in 'Hello'. Dazu passen auch die oft nebelschwadigen Synthesizer und die plötzlich hereinzischenden gespenstischen Einwürfe, die die Stücke prägen. Da sich dieser gespensterhafte Gesang dann allerdings auch ausleiert, ist das Highlight des Albums das instrumentale Stück 'Automne'. Über schnelle Drums legt sich ein getragenes Klavier, das zersägt wird von synthetischem Akkordeon und den brummenden Geräuschen, die von einem Handventilator vor dem Mikro stammen könnten. Dieses Stück verkörpert den besessenen Grundton des Albums auf seine eigene Art und Weise und braucht dazu keine der sich endlos wiederholenden Wortketten, die selbst irgendwann so normal und wenig gespentisch werden wie das Gänseblümchen-Spiel.