Post-Punk kann man entweder, oder man kann ihn nicht. Im letztgenannten Fall nimmt die Geschichte nicht selten einen im besten Falle lediglich langweiligen Ausgang. We Came From Waters kommen aus Griechenland. Aktuell mag man vielen Einwohnern dieser Nation in den unterschiedlichsten Bereichen die Kompetenz absprechen, dank We Came From Waters aber scheidet diese Option für vorliegenden Zweig des düsteren Alternative wohl aus. Die vier Musiker bewegen sich auf ihrem Debüt 'Unfamous Quotes' irgendwo zwischen den Editors und The Twilight Sad, gehören zugleich aber auch gar nicht in diese Ecke. Ihre Musik ist pulsierend, einigermaßen schnell und irgendwie unbequem - besonders akustisch. Immer wieder erschallt ein Rauschen, ganz so, als hätten die Griechen im Windkanal aufgenommen, wie zum Beispiel in 'Yellow Position' und 'PermiTion / AdmiTion'. Dazu schrabbeln mürbe die Gitarren, krähen bisweilen sogar aufgekratzt, wodurch sich lässige Riffs bilden. 'We Came From Waters', der Track, der so heißt wie die Band (ausnahmsweise hier einmal nicht wie das Album) selbst, belegt dies recht überzeugend und hat trotz allen mainstream-untauglichen Effekten Ohrwurmpotential. Bei 'A Silence Like Poetry' hingegen muss der Hörer erst einmal einen eine halbe Minute andauernden, hochfrequenten Härtetest aus dem Synthesizer überstehen, bevor es dann aber mit einigem Druck ans Eingemachte geht. Der große Unterschied zu anderen Bands vergleichbarer Spielart liegt bei We Came From Waters im völligen Verzicht auf ein mechanisches Schlagzeug. Sämtliche Percussion wird synthetisch erzeugt und stammt aus der Digitalschmiede vom Elektroniker-Mitglied der Band, das sich SelfMutilator zu nennen pflegt. Der Gesang von Sänger Alex ist in genretypischen Tiefen angesiedelt und bequem vergleichbar mit der des Editors-Frontmanns Tom Smith. Dessen Band stechen die Griechen, jedenfalls was den Ideenreichtum angeht, ohne große Umschweife mal eben aus. Allzu lange kann man sich - auch das muss gesagt werden - jedoch nicht mit We Came From Waters berieseln (oder besser: besprengen) lassen. Jedenfalls nicht zu Hause, denn 'Unfamous Quotes' erzeugt eine gewisse Unruhe, eine Art akustische Umtriebigkeit. Das komplette Album ist, wenn man so will, auf Stress ausgelegt und vergönnt dem Rezipienten keine Pause, da an so gut wie keiner Stelle ernstlich der Wind aus den Segeln genommen wird. Und wenn es denn mal etwas im Tempo zurückgeht, ist dies nicht von langer Dauer und zudem von knarzenden Distortion-Effekten durchzogen. Auch der letzte Song der Platte fährt die Kiste nicht 'runter: 'Crash' setzt der schrabbeligen Komponente schließlich einen Höhepunkt und überlässt den Hörer nach guten sechs Minuten wieder der Ruhe. Gott sei Dank! Schön war's aber trotzdem.