Oh je. Mehr kann einem dazu wirklich nicht einfallen. Running Wild veröffentlichen nach langer, langer Zeit ein neues Album. Das alleine wäre ja gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, was für geniale Heavy-Metal-Songs die Band schon geschrieben hat, man erinnere sich an Stücke wie 'Blazon Stone' oder 'Riding The Storm' - das sind Perlen des deutschen Heavy-Metal-Schaffens. 'Shadowmaker' allerdings enthält keine Perlen. Nein, 'Shadowmaker' enthält nicht einmal Perlchen oder die kleinen Kügelchen, die früher Tintenpatronen verschlossen haben. 'Shadowmaker' enthält einen Riesenhaufen an allen Ecken und Enden zusammengeklauten, unmotivierten, langweiligen Hard Rock der alleruntersten Schublade. Man klaut mehr als dreist zum Beispiel bei 'Hells Bells' von AC/DC ('Into The Black') und auch der Rest der Stücke klingt wie ein Konglomerat aus allerlei Hardrock der 70er, 80er und 90er, das von einer technisch halbwegs versierten Coverband im Pub an der Ecke dargeboten wird. Heavy Metal gibt es gar nicht, höchstens schnelleren Hard Rock. Alle Stücke haben dasselbe Tempo, dieselbe Tonart, dasselbe Riff, dieselbe Produktion, dieselbe Melodie. Eigentlich ist dieses Album eine Frecheit, zumindest dann, wenn man sieht, dass darauf 'Running Wild' gedruckt ist. Kritiker empfanden ja schon immer, das Running Wild x-mal dasselbe Album veröffentlicht haben, aber wenn man rückwirkend unter dem Eindruck von 'Shadowmaker' die alten Klassiker der Band Revue passieren lässt, muss man zu dem Schluss kommen, das Running Wild damals hoch filigran und ungeheuer abwechslungsreich waren. Ist es wirklich so schlimm? Ja. Dieses Album hätten Rock'n'Rolf und seine abgehalfterte Piratentruppe besser sein gelassen. Bitte einmal Planke wegziehen und auf Nimmerwiedersehen. AYE!