Karges Land und lange Winter - da kann man schonmal melancholisch werden. Holmes fassen diese Gefühle, die ihre Heimat Schweden in ihnen hervorruft, bis zur Perfektion in Noten. Die nordische Seele zeigt sich in den Songs des Sextetts aber mitnichten kühl, sondern voller Wärme. Traurigschön entfalten Holmes ihre Schwermut auch auf 'Burning Bridges', ihrem dritten Album. 'Scandinavian Americana' hat der Rolling Stone ihren Sound getauft und das wohl zurecht. Nun aber wollen sich Holmes von den vielen Folkbands und Singer/Songwritern abheben und verleihen ihrem neuen Werk eine besondere Note. Weniger der US-Country dient dieses Mal als Orientierung, vielmehr holt man sich die Inspiration aus europäischen Gefilden. Ein Akkordeon ist es, das einen Hauch französischer Chansons in Holmes' Kompositionen bringt. Das prädestiniert zu einer großen Traurigkeit. Die langgezogenen Gitarrenklänge tragen das Ihre dazu bei, unterstützt von einem sanften Schlagzeug- und verhaltenen Klavierspiel. Dazu passt die Elegie von Sänger Kristoffer Bolander, der erstaunlich stark nach Neil Young klingt. Mitunter kann er sich mit dem verzweifelten Ruf 'I Will Never Be Free' auch lebhaft aufbäumen. Dieser Ausbruch aus dem ruhigen Sound von 'Burning Bridges' beweist einmal mehr, dass Holmes aus hervorragenden Musikern besteht, die einem ganz nebenbei den Facettenreichtum dieses doch etwas angestaubten Instruments Akkordeon nahebringen. Nicht nur, aber auch aus diesem Grund sei unsere Empfehlung ausgesprochen. Alles in Allem ist 'Burning Bridges' schlicht eine wunderbare Untermalung ganz später und einsamer Stunden.